Bundesbank untersucht Zinsrisiken deutscher Lebensversicherer
Axel Möhlmann von der Deutschen Bundesbank untersucht in dem Forschungspapier „Interest Rate Risk of Life Insurers – Evidence from Accounting Data“ die Zinsänderungsrisiken des Deutschen Lebensversicherungssektors und analysiert dabei die Gefahr systemischer Risiken durch gleichgerichtetes Handeln der Institute. Maßzahl für das Zinsänderungsrisiko ist die Durationslücke, also die Differenz der Duration von Assets und Verbindlichkeiten der Assekuranzen. Im Mittel liegt die Durationslücke für deutsche Lebensversicherer bei 4,9. Dies impliziert, dass ein Zinsrückgang von einem Prozentpunkt die Verbindlichkeiten um 5 % stärker steigen lässt als die Assets. Wird die Verteilung der Durationslücken betrachtet, fällt die starke Streuung ins Auge. Die große Bandbreite der Zinsänderungsrisiken, denen deutsche Lebensversicherer ausgesetzt sind, impliziert Unterschiede im Management dieser Risiken. Vor diesem Hintergrund dürften Versicherer unterschiedlich auf Zinsänderungen reagieren, was die Gefahr gleichgerichteten Handelns und damit Risiken für die Finanzstabilität verringert. 
Quelle: Möhlmann, 2017
Werden die Durationslücken im Hinblick auf die Eigenschaften der Versicherer untersucht, so zeigt sich, dass sie unabhängig von den Versicherungscharakteristika stets signifikant positiv sind. Dennoch gehen Versicherungseigenschaften wie niedrigeres Wachstum, der Stopp von Neuabschlüssen und geringe Größe mit höheren Zinsrisiken einher.
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