Bundesbank untersucht Renditedifferenzen von Staatsanleihen im Euro-Raum
Der Monatsbericht Juni der Deutschen Bundesbank beschäftigt sich umfassend mit den Renditedifferenzen von Staatsanleihen im Euro-Raum. Die Autoren legen dar, worauf die in den letzten Jahren gewachsenen Renditeunterschiede europäischer Staatsanleihen zurückzuführen sind und in welche Komponenten sie sich zerlegen lassen. Die kräftigen Renditeaufschläge in Griechenland, Irland und Portugal sind der Bundesbank zufolge vor allem aus einem erhöhten landesspezifischen Kreditrisiko abzuleiten und spiegeln sich in den ungünstigen Fundamentaldaten, wie der Schuldenquote und dem Haushaltsdefizit, wieder. Während die Zeit vor der Krise durch konvergierende Renditen geprägt war, geht die Bundesbank davon aus, dass Anleger in Zukunft sehr genau zwischen Staatsanleihen einzelner EWU-Länder differenzieren werden. Die Bundesbank betont dabei noch einmal die enorme Wichtigkeit einer strikten Haushaltsdisziplin und nachhaltiger Strukturreformen in den Peripheriestaaten.
Quelle: Deutsche Bundesbank (2011)
Zudem untersucht der Bericht den Zusammenhang von Renditeaufschlägen und Credit-Default-Swap-(CDS)-Prämien. Der normalerweise enge Arbitrage-Zusammenhang lockerte sich demzufolge in den Krisenmonaten und die Bundesbank kann die These, dass von den CDS-Märkten eine eigenständige, destabilisierende Wirkung auf die Anleihemärkte ausging, nicht bestätigen.
Darüberhinaus widmet sich der Bericht der nun abgeschlossenen Überarbeitung der Zinsstatistik monetärer Finanzinstitute, dem Gesetz zur Restrukturierung und der geordneten Abwicklung von Kreditinstituten.