BIZ untersucht Schwankungen von ABS-Indizes
Eine aktuelle Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich untersucht die Faktoren, die die Schwankungen von Asset Backed Securities Indizes (ABX) beeinflussen. Diese Kreditderivate-Indizes bilden ein gleichgewichtetes Credit-Default-Swap-Referenzportfolio aus 20 zugrundeliegenden Subprime Mortgage Backed Securities (MBS) Transaktionen ab. Sie verfolgen Preisentwicklungen für die Absicherung von Kreditausfällen dieser Transaktionen. Die Indizes wurden im Jahr 2006 nach einem starken Anstieg der Emissionsvolumina aufgelegt, um Anlegern eine einfachere Möglichkeit zu bieten, ihr Risikoprofil bezüglich MBS zu steuern.
Um die Einflussfaktoren und deren Erklärungsbeitrag zu untersuchen gehen die Autoren in mehreren Schritten vor. Zuerst werden in einer Faktoranalyse Korrelationsmuster zu Finanzmarkt-Variablen untersucht. Anschließend werden mittels Regression die Sensitivitäten der Faktoren analysiert. Bei den Variablen handelt es sich um Fundamentaldaten für den Immobilienmarkt, Zinsvariablen und Variablen, die die Risikobereitschaft widerspiegeln. Untersucht wurde der Einfluss von Baugenehmigungen, Hausverkäufen, Grundstückspreisen (gemessen durch den Residential Property Composite Index), unerwarteten Änderungen der Arbeitseinkommen, die Überschussrendite des Homebuilder-Subindex über den S&P 500, Preisänderungen von Futures auf den Case-Shiller Composite Index sowie Ratingänderungen der Basiswerte. Die Zinsvariablen sind der Libor und die Zinsstrukturkurve. Die Risikobereitschaft wird unter anderem durch das Verhältnis von impliziter Volatilität zur realisierten Volatilität gemessen.
Im Rahmen der Faktoranalyse, bei der auf Basis von Korrelationsmustern die einzelnen Variablen zu synthetischen Variablen zusammengeführt werden, zeigt sich, dass nicht allein fundamentale Daten einen Einfluss auf die Preisung von Kreditderivaten haben, sondern auch Liquidität und Risikobereitschaft. Positiven Einfluss auf die Indizes haben Zinsen und Homebuilder-Renditen. Ein negativer Einfluss geht von Swap Spreads und Credit Default Swap Index (CDX) Bid-Ask-Spreads aus. Allerdings zeigen die Analysen nur bedingte Erklärungskraft für ABX-Bewegungen. Das R² beträgt lediglich 20%, so dass ein großer Teil der Risikofaktoren nicht durch die verwendeten Variablen erklärt wird.