BIS: Auswirkungen passiver Investments auf Markteffizienz
Vladyslav Sushko und Grant Turner von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich haben in einem Research-Papier die Entwicklung passiver Anlagestrategien analysiert und die Auswirkungen auf Wertpapierpreise, Emittenten, Fund Flows und Preisdynamiken untersucht. Da passive Investoren nicht an individuellen Charakteristiken einzelner Unternehmen interessiert sind, kann ein deutlicher Anstieg des Anteils passiver Investoren zu einer Reduzierung der Preisfindungseffizienz führen. Am Beispiel der Aufnahme in den S&P 500 wird deutlich, dass die Korrelation von Einzeltiteln mit dem Index nach der Aufnahme leicht anstiegt, gleichzeitig aber das Handelsvolumen zunimmt und die Spreads zurückgehen. Auf Ebene der Emittenten kann das verminderte Interesse der Anleger zu einer Verschlechterung der Corporate Governance führen. Allerdings können investierbare Benchmark-Indizes ein Marktsegment bei der Entwicklung unterstützen, indem neue Investoren angelockt werden und sich die Liquiditätssituation insgesamt verbessert. 
Quelle: Sushko, Turner, 2018
Um die Auswirkungen von Fund Flows auf die Preise zu untersuchen, vergleichen die Autoren die Flows aktiver Fonds, Indexfonds und ETFs in drei Krisenphasen. Es zeigt sich, dass Indexfonds in Krisenphasen sehr stabil sind, die Anleger also keine größeren Verkäufe tätigen. Demgegenüber sind die Flows bei ETFs sehr volatil, allerdings nicht konsistent. Es kann vorkommen, dass sich die Richtung der Flows während der Krisenphase ändert und so die Netto-Flows geringer ausfallen. Bei aktiven Fonds hingegen sind die Outflows persistent. Weiterhin weisen nur diese Fonds eine direkte Verbindung zwischen Flows und abnormalen Renditen des Benchmark-Index auf. Dies kann auf das vergleichsweise große Volumen aktiver Fonds und auf das abweichende Transaktionsschema bei ETFs zurückgeführt werden, wo Anteile zunächst nur am Sekundärmarkt gehandelt werden. Insgesamt schließen die Autoren, dass aktive Fonds einen direkten Einfluss auf die Asset-Preise ausüben, während bei ETFs ein größerer Einfluss durch die Schaffung von Sekundärmarktarbitrage-Opportunitäten besteht.
Quelle: Sushko, Turner, 2018
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