19.05.2014 | Märkte

BIS analysiert Marktpotenzial für Transfer von Langlebigkeitsrisiken

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) hat Ende vergangenen Jahres den Markt für Langlebigkeitsrisiken in einer Forschungsarbeit untersucht. Die demografische Entwicklung zwingt Vorsorgeeinrichtungen Leistungen länger als erwartet an die Empfänger auszuzahlen. Die Analyse schätzt die Mehrbelastung auf 450 bis 1.000 Mrd. US-Dollar für jedes Jahr, um das die Lebenserwartung unterschätzt wurde.
Um dieses Risiko verwalten zu können, stehen Marktteilnehmen drei unterschiedliche Transfermechanismen zur Verfügung, die bislang hauptsächlich von einigen britischen Pensionsfonds genutzt wurden: Buy-Outs, Buy-Ins und Longevity-Swaps. Diskutiert werden darüber hinaus Longevity-Bonds. Der Markt ist derzeit noch sehr klein, doch aufgrund der geringen Korrelation zu anderen Risikoklassen und der enormen theoretischen Mehrbelastung schätzt die BIS das Marktpotenzial als hoch ein.


Quelle: BIS

In einer Buy-Out-Transaktion übernimmt ein Versicherer die Anlage des Planvermögens und alle Verpflichtungen und Auszahlungen des Pensionsplans.
In einer Buy-In-Transaktionen bleibt die Einrichtung zahlungspflichtig gegenüber den Planmitgliedern und zahlt eine Prämie an den Versicherer, der daraufhin faktisch die Auszahlungen für eine Teilgruppe übernimmt.
Als dritte Lösung sind zunehmend Longevity-Swaps zu beobachten, die bislang OTC und ISDA-konform vereinbart wurden. Dabei zahlt der Pensionsfonds eine fixe Prämie an einen Versicherer oder eine Investment Bank. Im Gegenzug übernimmt der Risikonehmer die Differenz aus tatsächlicher und erwarteter Auszahlung des Pensionsfonds an den Begünstigten. Über Buy-Ins und Swaps lassen sich gezielt Teilrisiken hedgen.


Quelle: BIS

Insbesondere kleine Pensionsfonds und Planvermögen großer Unternehmen besitzen einen starken Anreiz, ihr Langlebigkeitsrisiko ganz oder teilweise auszugliedern. Zu den Investoren in solche Instrumente zählen Versicherungen und Rückversicherer sowie Investment Banken, die unkorrelierte Erträge vereinnahmen wollen, vergleichbar mit Anlagen in Cat Bonds. Großes Nachfragepotenzial besteht auch bei Asset Managern, Private-Equity-Fonds und Hedgefonds, schreibt die BIS.

Risiken sieht der Arbeitskreis aber in der asymmetrischen Informationsverteilung, da Pensionsfonds erheblich besser über die erwartete Altersentwicklung informiert sind als externe Investoren. Um Selektionsrisiken zu reduzieren, könnte auf öffentliche Langlebigkeitsindizes zurückgegriffen werden, allerdings verbleiben bei den Zedenten auf diesem Weg erhebliche Basisrisiken aus der Abweichung. Ebenfalls dürfte die lange Duration eine hohe Barriere darstellen.

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