05.05.2015 | Research

Bewertungsmodell für nicht börsennotierte Infrastruktur-Aktien

In einem aktuellen Forschungspapier entwickeln Frédéric Blanc-Brude und Majid Hasan vom EDHEC-Risk Institute einen Bewertungsansatz für ungelistete Infrastrukturaktien-Investments. Die Herausforderungen liegen dabei in der geringen Verfügbarkeit von Daten über längere Zeiträume, vor allem für verschiedene Arten von Infrastruktur-Projekten, die Unsicherheit bei der Term Structure erwarteter Dividenden sowie der Mangel an eindeutigen Preisen nicht gelisteter Infrastruktur.
Die Autoren setzen bei ihrem Bewertungsmodell auf zwei Komponenten: Zunächst wird ein Modell der erwarteten Dividenden und konditionaler Dividendenschwankungen mit den besten verfügbaren Informationen kalibriert. Dann wird ein Modell endogener Discount-Faktoren berechnet, bei dem die erwarteten zukünftigen Erträge, die sich durch die Verteilung der Dividenden ergeben, mit observierbaren Investment-Werten kombiniert werden. Im Laufe der Zeit, wenn neuere Daten verfügbar sind, werden diese konsequent genutzt, um das Modell anzupassen.


Quelle: Blanc-Brude, Hasan (2015)

Die Investments werden anhand von individuellen Charakteristika in bestimmte Gruppen eingeteilt, die sich auf Basis ähnlicher Cash-Flow-Eigenschaften bilden lassen. Weiterhin werden Schätzungen für die zukünftigen Dividendenströme benötigt sowie laufende Daten, um die Ergebnisse laufend anzupassen. Abschließend haben die Autoren ihr Modell auf ein konkretes Beispiel angewandt und u.a. Werte für die erwarteten Erträge und die Entwicklung des Aktienpreises erhalten. Zwar wird ausdrücklich betont, dass es sich lediglich um eine Illustration handelt, doch zeigen die Autoren, dass sich durch die sorgfältige Kalibrierung eines Cash-Flow-Modells Performance-Maße abgeschätzt werden können, die zuvor den Investoren nicht zur Verfügung standen.

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