01.07.2019 | Märkte

Bewertungsmethoden für Faktor-Indizes

Die Bewertung von Faktorindizes wird sowohl von den herangezogenen Bewertungsmaßen als auch von der konkreten Gestaltung der Indizes bestimmt, zeigt eine Analyse von FTSE Russell. Untersucht wurden die Faktoren Value, Momentum, Quality, LowVola und Size in den USA. Per Stichpunktbetrachtung erscheinen Quality und Momentum verglichen zur kapitalisierungsgewichteten Benchmark derzeit teuer, Value und Size hingegen günstig, ohne dass es größere Unterschiede zwischen den verwendeten Bewertungskennziffern gibt. Im Zeitverlauf hingegen zeigt sich, dass die Maße weder bezüglich eines Trends noch an einem konkreten Zeitpunkt dieselbe Aussage machen müssen: Während Quality nach Kurs-Buchwert laufend aufgewertet hat, lässt sich nach Preis-Umsatz ein derartiges Muster nicht feststellen.


Quelle: FTSE Russell

Problematisch ist, dass bei klassischen Faktorindizes die Höhe des Faktor-Exposures mit der Zeit schwankt und zudem weitere, unbeabsichtigte Faktoren, einen die Performance beeinflussen können. Vor diesem Hintergrund untersuchen die Autoren im zweiten Schritt Pure-Factor-Indizes, die ein konstantes Single-Faktor-Exposure aufweisen. Obwohl es keine allzu augenscheinlichen Unterschiede zwischen den klassischen und den Pure-Faktor-Indizes gibt, lassen sich zu einzelnen Zeitpunkten durchaus Unterschiede bei der Bewertung feststellen. Abschließend wird Selection&Weighting als alternativer Konstruktionsansatz getestet. Am Beispiel von Quality zeigt sich, dass unerwünschte Sekundärfaktor-Exposures, in diesem Falle hauptsächlich Size, die Bewertung des Index erheblich beeinflussen. Bei der Auswertung von Faktor-Bewertungen raten die Autoren, die zeitvariablen Exposures zu gewünschten und unerwünschten Faktoren zu berücksichtigen.


Quelle: FTSE Russell


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