Bewertung von Mikrofinanz-Instituten
Eine interessante Research-Publikation zum Thema Mikrofinanz wurde kürzlich von JP Morgan veröffentlicht. Darin werden die Unterschiede von Mikrofinanz-Instituten zu traditionellen Banken beschrieben. Aufgrund dieser Unterschiede sollten nach Ansicht der Autoren Investoren auch bei der Bewertung der Beteiligungen an diesen Institutionen differenzieren. Dementsprechend werden Bewertungsmethoden vorgestellt und anhand von 144 Private-Equity- und 10 Public-Equity-Transaktionen verglichen. Zudem findet sich ein ausführlicher Anhang über Transaktionen und Listings von Mikrofinanz-Instituten sowie eine Analyse von Emerging Markets Banken.
Quelle: JP Morgan
Die Autoren stellen die soziale und finanzielle Zielsetzung, die hohe Aktivaqualität, die hohen Zinssätze, die hohen operativen Kosten und die längere Investorenbindung als die fünf Kernunterschiede zwischen Mikrofinanz- und traditionellen Banken heraus. Zur Bewertung sollte daher neben relativen Bewertungsmaßen wie price-to-book auch die absolute Bewertungsmethode residual-income-method verwendet werden, die sowohl Buchwerte als auch zukünftige Einnahmen berücksichtigt, verwendet werden. Auf dieser Grundlage werden zehn Werttreiber von Mikrofinanz-Instituten ermittelt.
Quelle: JP Morgan
Die Bewertung der Private-Equity-Transaktionen ergab im Zeitraum 2005 bis September 2008 Medianmultiplikatoren zwischen 1,3 und 1,9 auf historische Buchwerte und zwischen 7,2 und 9,2 für historische Einnahmen. Die gelisteten Institutionen erzielten gegenüber traditionellen Banken eine Outperformance von 238% seit 2003. Darauf begründen die Autoren das hohe Interesse an Mikrofinanzinvestments. Durch die Finanzkrise werde sich das Wachstum zwar verringern, Mikrofinanz-Institute entwickleten sich jedoch weitgehend unabhängig und beständiger als die traditionellen Finanzmärkte, so das Fazit.
Quelle: JP Morgan