Bewertung von Investments in Private Equity und Venture Capital
Axel Buchner von der Universität Passau stellt in einem aktuellen Forschungsbericht ein neues ökonometrisches Modell zur Bewertung systematischer Risiken und abnormaler Renditen von Private-Equity-Finanzierungen vor. Er betrachtet 10.798 vollständig liquidierte Private-Equity-Finanzierungen für den Zeitraum 1980 bis 2009 aus den Bereichen Venture-Capital und Leveraged-Buyouts. Die Besonderheit dieses Modells ist, dass erstmals Unterschiede beim systematischen Risiko bzw. bei den abnormalen Renditen über verschiedene Zeiträume, Exit-Strategien, Regionen, Industrien und Unternehmen mit unterschiedlichen Charakteristika gemessen werden können. Der Autor findet ein signifikantes Alpha von 8,9 % bei Venture-Capital-Finanzierungen und von 7 % bei Leveraged-Buyouts gegenüber dem S&P 500. Diese durchschnittlichen Werte sind jedoch stark von einem kleinen Teil Transaktionen mit sehr großer Outperformance geprägt. Ein Großteil der, durch Private-Equity finanzierten Firmen, weist ein geringes bis negatives Alpha auf.
Quelle: Buchner (2014)
Die Analyse der Alphas über verschiedene Zeiträume ergibt, dass die durchschnittlichen Alphas zwischen 1996 und 2000 im Venture-Capital-Segment sehr hoch waren. Dies passt gut zu dem Technologie- und Venture-Capital-Boom Ende der 1990er Jahre. Nach 2000 sind die durchschnittlichen Alphas stark gesunken. Bei Berücksichtigung verschiedener Industrien zeigt sich, dass Unternehmen mit einer Venture-Capital-Finanzierung im Biotechnologie- und IT-Bereich eine deutliche Outperformance erzielen. Dies ist dem Autor zufolge auf eine gute Selektionsfähigkeit der Venture-Capital-Geber in diesem Bereich zurückzuführen. In Kontinentaleuropa outperformen Venture-Capital-Finanzierungen ebenso wie in den USA, weisen dabei jedoch ein geringeres systematisches Risiko auf. Bei Betrachtung der Exit-Strategien stellt der Autor fest, dass Finanzierungen, die mit einem IPO enden, das höchste durchschnittliche Alpha aufweisen. Abschließend wird darauf hingewiesen, dass dieses Modell nicht auf die Analyse von Private-Equity-Finanzierungen beschränkt ist, sondern auch bei der Bewertung anderer illiquider Assets eingesetzt werden kann.