Betriebliche Altersvorsorge ist Vorreiter bei nachhaltigem Investieren
Betriebliche Altersvorsorgeeinrichtungen (bAV) berücksichtigen zunehmend ethische, soziale und ökologische Kriterien bei ihren Investments, belegt eine Studie von Fortis Investments im Auftrag des Bundesumweltministeriums. Im Jahr 2002 wurde mit dem § 115 Abs. 4 im Versicherungsaufsichtsgesetz die Berichtspflicht über nachhaltige Investments bei betrieblichen Vorsorgeeinrichtungen (gilt für Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds) verankert. Erstmalig wurde nun überprüft, inwieweit nachhaltige Investments eine Berücksichtung finden. Im Ergebnis nutzen bereits 50% bAV-Produkte nachhaltige Investmentkriterien, allerdings meist auf bestimmte Tarife und Anlageklassen beschränkt. Die Studie basiert auf einer umfangreichen Befragung unter bAV-Anbietern, sowie auf Experteninterviews. Überwiegend finden Nachhaltigkeitskriterien in Investmentanteilen, sowie bei Anleihen Berücksichtigung.
Weiterhin kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die Asset Allocation der Anbieter zu sehr auf Anleihen fixiert ist. Langfristig hohe Renditen versprechen demnach Aktien, Investmentfonds, Klimaschutz- und Wasserfonds, Rohstoffe und Clean-Tech-Private-Equity.
Langfristige Renditeerwartung nach Anlageklassen
Quelle: Fortis Investments
Somit könnten laut Studie hohe Renditen und Nachhaltigkeit sich gegenseitig ergänzen, insbesondere unter Berücksichtigung des langen Anlagehorizonts. Dies ist auch von gesamtwirtschaftlicher Bedeutung, da bis zum Jahr 2030 von einer Verzehnfachung des bAV-Volumens von 416 Mrd. Euro in 2006 auf 4 Billionen Euro ausgegangen wird.
Eignung der Anlageklassen für nachhaltiges Investieren
Quelle: Fortis Investments
Als wichtigste Themen für die Zukunft werden daher neue Tarife bei den Anbietern, bessere Information der Kunden und der zukünftige Emissionshandel für Treibhausgase gesehen.