Asset Management in Europa
Eine ausführliche Studie über die europäische Asset-Management-Industrie hat kürzlich die European Fund and Asset Management Association (EFAMA) veröffentlicht. Neben Kennzahlen zu Standorten und Umfang der Branche enthält die Studie eine Unterteilung nach Asset Management für Retail- und institutionelle Klienten, sowie zur Bedeutung von Investmentfonds und zur Asset Allocation von Anlegern.
Bis Ende 2008 sanken die Assets under Management (AuM) im Vergleich zu 2007 von 13,6 Billionen Euro auf 10,7 Billionen Euro (-22%). Laut Studie sind 77% der Volumenreduktion auf Kursverluste im Zuge der Finanzkrise zurückzuführen. Der größte Anteil der Vermögenswerte entfällt mit 34% auf Großbritannien, gefolgt von Frankreich (21%) und Deutschland (11%). Im europäischen Durchschnitt wird eine Hälfte der Assets von Investmentfonds verwaltet und die andere Hälfte durch diskretionäre Mandate vergeben, wobei es zwischen einzelnen Ländern ein hohes Gefälle gibt.
Quelle: EFAMA
Desweiteren sind 70.000 Arbeitnehmer in der Branche beschäftigt, deren Klientel sich zu 65% aus institutionellen und zu 35% aus Privatanlegern zusammensetzt.
In den meisten Ländern entfallen deutlich über der Hälfte der AuM auf Banken und Versicherungen. Einzige Ausnahme bildet Großbritannien, wo lediglich 8% der AuM von Banken und 18% von Versicherungen gehalten werden.
Bei den Investmentfonds hält Luxemburg mit 26% den größten Marktanteil, gefolgt von Frankreich (19,1%) und Deutschland (13,2%). Ein völlig anderes Bild zeigt sich bei den diskretionären Mandaten. Hier liegt Großbritannien mit 47,7% Marktanteil an erster Stelle. Danach folgt Frankreich mit 18,3%. Bei den institutionellen Investoren stellen Versicherungen und Pensionsfonds mit 42% bzw. 30% die größten Kundengruppen.
In der Asset Allocation sind 90% der AuM auf Aktien (37%), Anleihen (40%) und Geldmarkt (13%) verteilt. Andere Anlageklassen nehmen rund 10% in der Allokation ein. Bei Betrachtung der Asset Allocation im Ländervergleich, finden sich mit Ausnahme von Großbritannien von Anleihen dominierte Portfolios vor.
Quelle: EFAMA
Berücksichtigt man unter den 10% sonstige Investments noch Immobilien, wird deutlich, dass der Anteil alternativer Anlagen in Europa weiterhin relativ gering ausfällt.