20.01.2015 | Research

Benchmarkdesign für aktive Portfoliomanager

Kapitalisierungsgewichtete Benchmarks sind durch ihre starke Konzentration auf einzelne Werte in vielen Fällen nicht als Benchmark für aktive Portfoliomanager geeignet. In einem Forschungspapier zeigt die Norges Bank, der Asset Manager des norwegischen Staatsfonds, daher Wege für die Konstruktion einer alternativen Benchmark auf, die auf den jeweiligen aktiven Portfoliomanager zugeschnitten ist. Dabei sind zwei Fragestellungen relevant. Einerseits muss definiert werden, wie viele Einzeltitel in der Benchmark enthalten sind, das heißt, wie viele Titel das Portfoliomanagement sinnvollerweise regelmäßig analysieren kann. Zweitens stellt sich die Frage nach dem Gewichtungsschema, also wie hoch die einzelnen Werte relativ zueinander gewichtet werden. Beides hängt unter anderem vom Skill-Level des Managements sowie Marktfaktoren wie Volatilität und Korrelation ab.


Quelle: Norges Bank

Outperformance können die Manager im Modell durch Über- oder Untergewichtung erreichen, Short-Positionen werden ausgeschlossen. In den Simulationen zeigt sich, dass die Excess Returns mit der Anzahl der in der Benchmark enthaltenen Titel ansteigen. Den gleichen Effekt hat eine geringere Konzentration auf einzelne Werte. Dabei ist die Relation allerdings nicht linear, sondern konkav.


Quelle: Norges Bank

In Abhängigkeit der Kreuzkorrelationen von aktiven Gewichtungen und erwarteten Renditen, Information Ratio sowie den Kapazitätsbeschränkungen bestimmen die Autoren den optimalen Diversifikationsparameter, wobei niedrigere Werte eine geringere Konzentration der Benchmark anzeigen. Im Anschluss werden weitere Faktoren berücksichtigt. Für einen fähigen Portfoliomanager ergibt sich eine vergleichsweise geringe Konzentration der Benchmark bei einem Titelumfang von 60-80 % der ursprünglichen kapitalisierungsgewichteten Benchmark.

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