05.10.2017 | Studie

Bedeutung von Klimarisiken für deutsche Versorgungs- und Pensionskassen

Das Institut für nachhaltige Kapitalanlagen hat in einer Studie untersucht, welche Relevanz Klima- und Kohlenstoffrisiken sowie politische und wissenschaftliche Klimaschutzrahmenbedingungen in der Kapitalanlage deutscher Versorgungs- und Pensionskassen spielen. Dazu wurden 351 relevante Unternehmen bzw. Versorgungseinrichtungen befragt, von denen allerdings nur 41 teilnahmen.

Selbstgewählte Klimakriterien werden demnach von lediglich 2 Einrichtungen in der Anlageentscheidung berücksichtigt, eine weiteres Unternehmen plant dies für die Zukunft. Neun Einrichtungen verwenden hingegen bereits andere sozial- und umweltbezogene Kriterien.

Wesentliche Hürden für die Berücksichtigung von Klimakriterien sind die damit verbundenen Kosten, Personalressourcen sowie fehlende Informationen seitens der Unternehmen und hinsichtlich möglicher Umsetzungsmethoden. Auswirkungen auf Rendite und Risiko sowie die treuhänderische Verantwortung wurden nicht nur als Grund für eine Implementierung von Klimarisiken in die Kapitalanlage genannt, sondern galten für einige Investoren auch als Gründe dagegen. Einig waren sich die Befragten darin, dass die Bedeutung von Klimakriterien innerhalb der nächsten zehn Jahre zunehmen wird.

Die geringe Beteiligung an der Studie wird in erster Linie auf ein bisher geringes Engagement der Versorgungsunternehmen zurückgeführt. Die Gründe hierfür könnten zum Beispiel in fehlenden Kenntnissen über den Klimawandel und dessen Auswirkungen auf die Kapitalanlage sowie die zur Verfügung stehenden Strategien und den Schwierigkeiten bei der Umsetzung liegen. Angedeutet werden auch mögliche Vorbehalte gegenüber der Vereinbarkeit solcher Kriterien mit aufsichtsrechtlichen Vorgaben und der treuhänderischen Verantwortung.

Die Autoren empfehlen institutionellen Investoren die eigene Risikolage hinsichtlich der Umsetzung einer Klimapolitik mit 2°-Ziel zu analysieren. Diese Empfehlung deckt sich auch mit der Einschätzung deutscher institutioneller Investoren, die im Jahr 2016 von Union Investment befragt wurden. Hier gaben 81 % an, dass die Beschlüsse des Klimagipfels einen negativen Effekt auf die wirtschaftlichen Aussichten der Energieversorger haben werden.


Quelle: NKI, Union Investment

Anlässlich der Jahreskonferenz der UN Principles for Responsible Investment (PRI) in Berlin hat das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) einen neuen Leitfaden zur nachhaltigen Kapitalanlage für institutionelle Investoren vorgestellt. Er soll speziell kleine und mittelgroße institutionelle Investoren dabei unterstützen, Nachhaltigkeitskriterien in ihre Kapitalanlage zu integrieren, um so von den Vorteilen einer nachhaltigen Kapitalanlage zu profitieren. Die Autoren Rolf D. Häßler (NKI) und Axel Wilhelm (imug rating) haben dazu die wichtigsten Grundlagen und Umsetzungsmöglichkeiten einer nachhaltigen Kapitalanlage übersichtlich und praxisbezogen aufbereitet.

Absolut Research zeigt mit der Publikation Absolut|impact das Spektrum nachhaltiger Investments für institutionelle Investoren auf. Anleger erfahren durch Fachbeiträge zu Strategien, Trends, ESG-Initiativen und Regulierung, wie sie nicht nur ihr Portfolio, sondern auch gesellschaftliche Veränderungen (mit)gestalten können.

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