Bedeutung von ESG-Themen in der institutionellen Kapitalanlage steigt
Nicht-finanzielle Informationen, beispielsweise zu ESG-Themen, werden von einer großen Mehrheit der Investoren im Investmentprozess genutzt, wie eine gemeinsame Studie von Ernst & Young und Institutional Investor zeigt. Dazu wurden 163 Investoren, Analysten und Portfoliomanager befragt. Grundsätzlich sind die Anleger an der Bereitstellung von Informationen zu sozialen und ökologischen Aspekten ihrer Unternehmen sehr interessiert, doch unterscheidet sich die Bewertung und Verwendung dieser Daten erheblich. Zwei Drittel der Befragten gaben an, die Informationen im Investmentprozess zu nutzen, die Hälfte davon geht in dieser Analyse nach einem festen Schema vor oder wendet bestimmte Richtlinien an. Unabhängig davon gaben 90 % an, dass nicht-finanzielle Aspekte im vergangenen Jahr bei mindestens einem Investment eine entscheidende Rolle gespielt hätten.
Quelle: EY
Gründe für die Berücksichtigung sind vor allem Regulatorien und die Risikobewertung, aber auch Vorteile bei der Bewertung und "good corporate citizenship". Interessiert sind Investoren vor allem an Informationen, die sektor- bzw. unternehmensspezifisch sind und Bedeutung für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens haben. Sektoren, in denen die Informationsbereitstellung als besonders wichtig angesehen wird, sind unter anderem Minen und Energie. Von den Befragten, die angaben, keine ESG-Kriterien zu berücksichtigen, gab die Hälfte die unklaren Verbindungen von ESG und finanzieller Performance des Unternehmens als Grund an. Hauptsächlich verlasse man sich auf Informationen, die direkt von den entsprechenden Unternehmen bereitgestellt werden. Externe Anbieter, etwa Ratingagenturen, spielten nur eine geringe Rolle.
Quelle: EY
Tendenziell sind nordamerikanische Investoren weniger interessiert an ESG-Kriterien als der Rest der Welt. Dort gaben nur 15,2 % an, dass regelmäßig nicht-finanzielle Informationen eine entscheidende Rolle im Investmentprozess spielen - weltweit liegt der Anteil bei 31 %. Interessanterweise sind es gerade Teilnehmer aus den Emerging Markets, die ESG-Aspekte den höchsten Wert zumessen.