Bedeutung des Kostenmanagements nimmt zu
Durch die anhaltende Niedrigzinslage rückt die Bedeutung der Anlagekosten immer häufiger in den Fokus der Investoren. Der Investment-Consultant Faros hat Anfang 2017 Informationen rund um das Kostenmanagement im institutionellen Asset Management veröffentlicht und zeigt, dass die Kosten die Renditen aufgrund des gefallenen Marktzinses aufzehren können.
Die Kosten im institutionellen Asset Management lassen sich auf 6 verschiedene Kostentypen aufteilen. So fallen bei der Verwahrstelle bspw. Transaktionskosten und Service Leistungen (Proxy Voting, Reporting etc.) an. Vonseiten des Asset Managements werden wiederum Gebühren in Form einer Performance Fee und/oder der Flat Fee erhoben. 
Quelle: Faros
Insgesamt sind die Kosten für einige Publikumsfonds über die letzten Jahre bereits gesunken, weshalb sich alte Verträge als überteuert herausstellen können. Die Bandbreite der Kosten hat sich allerdings auch vergrößert. Beispielsweise konnte ermittelt werden, dass die Management-Fee für europäische Unternehmensanleihen bei einem Mandat von 100 Mio. EUR zwischen 0,18 und 0,4 % variieren.
Das höchste Sparpotenzial bietet sich durch die Fondsmanagergebühren. Weitere Möglichkeiten ergeben sich über Transaktionskosten im Fonds, Kosten der Direktanlage und Gebühren der KVG bzw. der Depotbank. Die Senkung von Fonds-Gebühren bietet den Vorteil, dass die Fonds-Kosten nicht mit der Qualität der Anlage gekoppelt sind. Die Kosten der KVGs und der Depotbanks bewegen sich hingegen bereits auf relativ niedrigem Niveau, weshalb hier das Sparpotenzial tendenziell geringer ausfällt.
Quelle: Faros
Kosten können auch durch ETFs und passive Mandate eingespart werden. Eine Umschichtung lohnt sich allerdings nur dann, wenn sich der Kostenvorteil tatsächlich niederschlägt und nicht beim aktiven Asset Manager durch leichte Anpassungen ebenfalls erzielt werden kann. Insgesamt wird der Kostendruck auf Asset Manager auch aufgrund der passiven Produkte voraussichtlich weiter steigen.
Vorreiter im Bereich Kostenmanagement und Kostentransparenz sind die USA und die Niederlande. In Deutschland setzt sich die Entwicklung nur langsam fort.
Michael Fuß, Prof. Dr. Lutz Johanning und Wolfram Klingler von XTP schlüsseln in Ausgabe 06|2016 des Absolut|report die Prozesse und Kosten auf, die bei der Implementierung und Umsetzung der Anlageentscheidung anfallen. Die Autoren zeigen, welche Qualitätskriterien relevant sind.
Absolut Research unterstützt institutionelle Investoren bei der Selektion von Asset Managern mit der monatlich erscheinenden Publikation Absolut|ranking. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 27 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 110 Universen.