30.03.2017 | Märkte

Wachsende Bedeutung des Cash-Managements

Steigende Cash-Bestände zwingen die Asset-Management-Industrie zu einem besseren Liquiditätsmanagement, zeigt eine Marktanalyse von Northern Trust. Eine Reihe von Umständen hat das Cash-Management verkompliziert. An erster Stelle steht hier der Null- bzw. teilweise sogar negative Zins, den Bargeldbestände mit sich bringen. Gleichzeitig sind die Bestände angewachsen, was zu einem großen Teil regulatorisch bedingt ist: Bei OTC-Derivaten sind die Collateral-Anforderungen deutlich verschärft worden, was nicht nur konstant höhere Cash-Bestände erfordert, sondern bei Marktturbulenzen die Einbringung hoher zusätzlicher Liquiditätsvolumina zur Bedienung von Margin Calls mit sich bringt. Für Versicherungen hat Solvency II die Liquiditätsanforderungen verschärft, bei den Banken sind es die LCR-Regeln von Basel III.
Investoren fragen daher, um ihre Renditeziele zu erreichen, verstärkt alternative Investments nach, die eine Illiquiditätsprämie erzielen, beispielsweise Private Equity oder Infrastruktur. Hier erfordern jedoch mögliche Nachschussforderungen, einen zusätzlichen Aufbau von Reserven.


Quelle: Northern Trust

Vor diesem Hintergrund kommt dem Liquiditätsmanagement größeres Gewicht zu. Zunächst gilt es, längerfristige Forecasts für den Cash-Bedarf und die zu erwartenden Zuflüsse zu erstellen. Ein weiterer Punkt ist die Erschließung von Liquiditätsquellen gerade in Zeiten von Marktstress. Auch sollte die langfristige Strategie berücksichtigt werden, beispielsweise Demergers oder Akquisitionen. Hilfreich ist es, das Liquiditätsprofil der Assets zu modellieren und anschließend Stresstests durchzuführen, um Rückschlüsse über die Kosten der Liquidität ziehen zu können. Zuletzt sollten ungewöhnliche Liquiditätsquellen, die zur Verfügung stehen könnten, identifiziert werden, beispielsweise Wertpapiere, die für Repo-Geschäfte genutzt werden können.


Quelle: Northern Trust


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