Barrieren bei der ESG-Integration in den Anlageprozess
Ein Team um Throstur Olaf Sigurjonsson von der University of Iceland hat in einem Research Paper untersucht, an welchen Stellen im Prozess des ESG-Daten-Reportings Qualitätsprobleme entstehen können. Dazu stützen sich die Autoren auf Interviews mit ESG-Verantwortlichen in neun isländischen Unternehmen bzw. institutionellen Anlegern. Die Qualitätsprobleme, die die Investoren von der Nutzung der Daten im Investmentprozess abhalten, sind demnach im Wesentlichen auf drei Faktoren zurückzuführen: Erstens ein Mangel an Materialität: Die ESG-Daten der Unternehmen sind zu wenig auf die für dieses Unternehmen relevanten Aspekte konzentriert. Vielmehr ist es so, dass standardisiert Daten berichtet und gesammelt werden. Dies ist auch auf den Druck externer ESG-Ratingagenturen zurückzuführen, die zusätzliche Daten von den Unternehmen fordern – und diese dazu verleiten, das ESG-Reporting quantitativ abzuarbeiten.
Der zweite Faktor ist ein Mangel an Genauigkeit. Es fehlt die Information, woher die Daten kommen und die Konsistenz in der Benennung der Variablen. Gerade dann, wenn die Anleger tiefer in die Reportings einsteigen wollen, kommen sie oftmals nicht weiter. Es besteht Übereinstimmung darin, dass der Zugang zu staatlich erhobenen ESG-Daten vereinfacht werden sollte.
Das dritte Problemfeld ist die geringe Zuverlässigkeit der ESG-Daten durch Greenwashing bei Verwendung der ESG-Reportings von Unternehmen. Dies kann teilweise verbessert werden, indem mit externen Ratingagenturen zusammengearbeitet wird. Hier besteht alerdings das Problem, dass die Ratings verschiedener Anbieter sich erheblich unterscheiden können, was die Vergleichbarkeit erschwert.
Mit der Publikation Absolut|impact zeigt Absolut Research das Spektrum nachhaltiger Investments für institutionelle Investoren auf. Anleger erfahren durch Fachbeiträge zu Strategien, Trends, Methoden und Regulierung, wie sie nicht nur ihr Portfolio, sondern auch gesellschaftliche Veränderungen (mit)gestalten können.