Banken-Performance während der Krise
Eine aktuelle Publikation der Bocconi University und der Ohio State University untersucht die Performance von Banken während der Finanzkrise auf globaler Ebene. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass die Ausgestaltung der Aufsicht auf Banken- und Landesebene, der Rechtsrahmen und die Bilanzsituation der Banken vor der Krise signifikanten Einfluss auf die Performance Ende 2008 gehabt haben.
Quelle: Beltratti, Stulz (2009)
Untersucht werden 98 Banken vor und nach der Finanzkrise. Die Banken mit der besten Performance vor der Krise (+33,07% 2006) schneiden während der Krise am schlechtesten ab, mit einem durchschnittlichen Verlust von 87,44%. Demgegenüber haben die Top-Performer während der Krise nur durchschnittlich 16,58% verloren, in 2006 allerdings auch nur 7,80% erzielt. Die Institute mit aktionärsfreundlichen Aufsichtsgremien verloren ebenfalls deutlich mehr als der Durchschnitt.
Interessant ist, dass eine stärkere staatliche Regulierung einen negativen Einfluss auf die Performance hat. Die Autoren interpretieren diesen Umstand dahingehend, dass stärkere Aufsichtsbehörden die Banken zu restriktiveren Kapitalmaßnahmen während der Krise veranlasst haben, welche Kosten für die Aktionäre verursachten. Positiv ist der Einfluss von Spareinlagen und höheren Kapitaldecken. Die Arbeit liefert somit wertvolle Denkanstöße für die zukünftige Ausgestaltung von Bankenaufsicht sowie zur Quantifizierung des Ausfallrisikos von Banken.