BAI kritisiert US-Finanzmarktaufsicht im Fall Madoff
Der Bundesverband Alternative Investments (BAI) kritisierte in einer aktuellen Pressemitteilung die Rolle der US-Finanzmarktaufsicht, der U.S. Securities and Exchange Commission (SEC), im Fall Bernard L. Madoff. Obwohl es seit mehreren Jahren Hinweise auf Manipulationen bei Madoffs Unternehmen Bernard L. Madoff Investment Securities LLC gegeben habe, habe die SEC ihre Aufsichts- und Kontrollpflicht nicht wahrgenommen. Mitte Dezember gab Madoff dann zu, dass die Renditen seines Unternehmens auf einem Schneeballsystem beruhten. Renditen wurden nicht erwirtschaftet, sondern über neue Investorengelder ausgezahlt. Die Finanzkrise und die daraus folgenden Rücknahmeaufträge brachten das System schließlich zum Platzen.
Die Bernard L. Madoff Investment Securities LLC, so der BAI, war primär in Eigenhandel, Brokerage und Market Making aktiv und damit kein Investmentfonds in eigentlichem Sinne. Die Vermögensverwaltung für ca. 20 Klienten war ein Nebengeschäft Madoffs. Während Hedgefonds üblicherweise ihre Transaktionen von unabhängigen Brokern und Banken abwickeln lassen, wurde die Vermögensverwaltung vollständig von Madoffs Unternehmen selbst übernommen. Dadurch erwuchsen Interessenkonflikte und Intransparenz, die viele Hedgefonds und Dach-Hedgefonds von einem Engagement bei Madoff abhielten. Die deutschen Investmentgesellschaften, deren Produkte in 2008 im Deutschen Hedgefonds Index (DHX) notiert sind, waren nach bislang vorliegenden Informationen nicht in Madoffs Strategie investiert. Eine Wiederholung des Fall Madoff in Deutschland ist nach Aussage des BAI sehr unwahrscheinlich, da die Gesetzgebung hier eine strikte Trennung zwischen Sondervermögen und Depotführung vorsieht. Dadurch ist der hiesige Hedgefonds-Markt deutlich transparenter und sicherer als in den USA, betont der Verband.
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