BAI kritisiert Schröders neue Pläne für Hedge-Fonds
?Stärkere Kontrollen von Hedge-Fonds machen vor allem für die
Aufsichtsbehörden Sinn, da sie so tiefere Einblicke in die Struktur
dieser Anlageklasse bekommen?, konstatiert Michael Busack, Vorstand des
Bundesverbands Alternative Investments (BAI) und Geschäftsführer der
Hamburger Beratungsfirma Absolut Research GmbH. Dem Magazin "Der Fonds"
sagte er, allerdings dürften die Strategien der Hedge-Fonds dadurch
nicht gefährdet werden, denn schließlich lebe die Anlageklasse davon,
dass sie nicht reguliert werde. Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte
zuvor schärfere Kontrollen von Hedge-Fonds angekündigt.
Schröder fordert eine Meldepflicht für Hedge-Fonds, wenn diese Aktien
zum Zwecke des Short Selling ausleihen. Damit will er verhindern,
dass Fonds-Manager mit Leerverkäufen den Kursverfall von Aktien
zusätzlich beschleunigen. ?Das so genannte Short Selling ist nur eine
Strategie unter vielen. Reine Short Seller gibt es so gut wie gar
nicht?, kritisierte Busack. Die meisten Hedge-Fonds setzten stattdessen
auf Long-Short-Equity-Strategien und tätigten Leerverkäufe nur, um das
Marktrisiko in ihrem Portfolio zu minimieren.
Als weitere Maßnahme plant der Bundeskanzler die Einführung
zusätzlicher Meldeschwellen für den Erwerb von Beteiligungen. Dadurch
soll die Transparenz der Eigentümerstrukturen von Aktiengesellschaften
verbessert werden. Busack hält die Einführung von zusätzlichen
Meldeschwellen hingegen nicht für sinnvoll: ?Werden sie tatsächlich
eingeführt, dann sollten sie nicht nur für Hedge-Fonds, sondern auch
für alle anderen Investoren gelten.? Große Aktienfonds oder
Private-Equity-Gesellschaften verfügten über ähnlich viel Macht. Die
Meldepflicht für den Erwerb einer Beteiligung liegt bisher bei 5,10,
25, 50 und 75 Prozent. Eine von der Bundesregierung eingesetzte
Arbeitsgruppe plant nun eine Meldeschwelle unterhalb der
5-Prozent-Marke.
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