28.06.2005 | 

BAI kritisiert Schröders neue Pläne für Hedge-Fonds

?Stärkere Kontrollen von Hedge-Fonds machen vor allem für die

Aufsichtsbehörden Sinn, da sie so tiefere Einblicke in die Struktur

dieser Anlageklasse bekommen?, konstatiert Michael Busack, Vorstand des

Bundesverbands Alternative Investments (BAI) und Geschäftsführer der

Hamburger Beratungsfirma Absolut Research GmbH. Dem Magazin "Der Fonds"

sagte er, allerdings dürften die Strategien der Hedge-Fonds dadurch

nicht gefährdet werden, denn schließlich lebe die Anlageklasse davon,

dass sie nicht reguliert werde. Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte

zuvor schärfere Kontrollen von Hedge-Fonds angekündigt.

Schröder fordert eine Meldepflicht für Hedge-Fonds, wenn diese Aktien

zum Zwecke des Short Selling ausleihen. Damit will er  verhindern,

dass Fonds-Manager mit Leerverkäufen den Kursverfall von Aktien

zusätzlich beschleunigen. ?Das so genannte Short Selling ist nur eine

Strategie unter vielen. Reine Short Seller gibt es so gut wie gar

nicht?, kritisierte Busack. Die meisten Hedge-Fonds setzten stattdessen

auf Long-Short-Equity-Strategien und tätigten Leerverkäufe nur, um das

Marktrisiko in ihrem Portfolio zu minimieren.

Als weitere Maßnahme plant der Bundeskanzler die Einführung

zusätzlicher Meldeschwellen für den Erwerb von Beteiligungen. Dadurch

soll die Transparenz der Eigentümerstrukturen von Aktiengesellschaften

verbessert werden. Busack hält die Einführung von zusätzlichen

Meldeschwellen hingegen nicht für sinnvoll: ?Werden sie tatsächlich

eingeführt, dann sollten sie nicht nur für Hedge-Fonds, sondern auch

für alle anderen Investoren gelten.? Große Aktienfonds oder

Private-Equity-Gesellschaften verfügten über ähnlich viel Macht. Die

Meldepflicht für den Erwerb einer Beteiligung liegt bisher bei 5,10,

25, 50 und 75 Prozent. Eine von der Bundesregierung eingesetzte

Arbeitsgruppe plant nun eine Meldeschwelle unterhalb der

5-Prozent-Marke.

zurück