15.08.2017 | Märkte

BaFin: Erfolgreiche Umsetzung von Solvency II

Alle nach Solvency II berichtspflichtigen Unternehmen erfüllen die Anforderungen, zeigt eine Analyse der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), in der die Jahreszahlen sowie Solvabilitäts- und Finanzberichte der deutschen Versicherer untersucht werden. Im Mittel liegt die Bedeckung der Solvenzkapitalanforderung über die Sparten Lebens-, Schadens- und Unfall-, Rück- und Krankenversicherungen bei 330 %. Dabei bestehen hohe Spannweiten, insbesondere bei den Lebensversicherungen, wo die höchste SCR-Bedeckung 3.560 % beträgt, während die niedrigste bei 117 % liegt. Gleichzeitig schwanken die Quoten der einzelnen Unternehmen im Zeitverlauf stark. Neben den Bedeckungsquoten beschreibt die BaFin in der Analyse die Zusammensetzung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) geht in einer kurzen Stellungnahme auf die bisherigen Praxiserfahrungen mit Solvency II ein und weist auf die zu hohe Komplexität hin. In einer Studie des GDV sagen 97,3 % der Befragten einer branchenweiten Umfrage, dass die Komplexität der Anforderungen unverhältnismäßig hoch sei. Beim notwendigen Abbau von Bürokratie geht es nicht nur um Kosteneffizienz, sondern auch um Konkurrenz- und Innovationsfähigkeit: Durch die strengen Vorgaben in den Assekuranzen werden Ressourcen gebunden, die für die Herausforderungen von Digitalisierung und Niedrigzins benötigt werden. Ansatzpunkte für Verbesserungen bestehen u.a. beim narrativen Reporting, wo die Zusammenlegung von Berichten gleichen Inhalts möglich ist, sowie bei den Anforderungen an Ausgliederungen, die sich stärker an der Unternehmenspraxis ausrichten sollten. Weiterhin sollten Möglichkeiten zur Weglassung unbedeutender Inhalte bestehen.


Quelle: GDV

In der Ausgabe 2|2017 des Absolut|report beschreibt Lars Heermann von der Assekurata-Assekuranz Rating-Agentur im Artikel „Zinszusatzreserve und Solvency II: zwei Seiten derselben Medaille?“ die Entwicklung und Auswirkungen der Zinszusatzreserve auf die Anlageentscheidung von Versicherungen.

 

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