Auswirkungen von Solvency II auf Anleihen-Investments
Eine 100seitige Analyse zu den Auswirkungen der Solvency-II-Regelungen auf Anleihe-Investments von Versicherungsunternehmen wurde Ende Juli vom Edhec Risk Institute publiziert. Die Analyse simuliert anhand der Daten von 4.300 Anleihen aus 14 europäischen Ländern die Bedeutung verschiedener Eigenschaften auf die Kapitalanforderungen (Solvency Capital Requirement, SCR).
Die größten Auswirkungen auf die SCR haben demnach das Rating und die Restlaufzeit. Diese Faktoren machen 89 % der Bewertung aus. Aufgrund der Struktur der Standardformel sind zudem nur Ratings über BBB attraktiv. Bei schwächeren Ratings, also insbesondere im High-Yield-Segment, sind die zusätzlichen Kapitalanforderungen höher als die zusätzlich vereinnahmten Renditen.
Quelle: Edhec
In der aktuellen Ausprägung bevorzugt die Standardformel für die SCR vor allem kurzlaufende Anleihen. Die Autoren der Analyse schlagen als Verbesserungen die Berücksichtigung von Zyklen in den Anleihenmärkten vor, ähnlich wie der Equity Dampener bei Aktien. Außerdem seien gerade langlaufende Anleihen, sowohl Investment-Grade als auch High Yield, besonders geeignet für die Anforderungen und das Asset Liability Management der Versicherungen. Da bei Held to Maturity Zinsänderungsrisiken keine Rolle spielen, sondern das Ausfallrisiko von zentraler Bedeutung ist, wäre eine Anpassung bei den Laufzeiten ebenfalls wünschenswert.