Auswirkungen von Klimarisiken auf die Finanzmarktstabilität
In einem Gutachten im Auftrag des Bundesfinanzministeriums haben die Schweizer South Pole Group, Munich Re, CSSP und die Universität Hamburg die Auswirkungen des Klimawandels auf die Finanzmarktstabilität in Deutschland untersucht. Die Autoren unterscheiden zwei zentrale Wirkungskanäle: physischen Klimarisiken, wie extreme Wetterereignisse und Umweltschäden, und Transitionsrisiken, wie die Einführung neuer Umweltregulierungen.
Während physische Risiken kurz- und mittelfristig die Finanzmarktstabilität in Deutschland nur geringfügig bedrohen, können neue Regulierungen, wie z.B. CO2-Preisanpassung, zu signifikanten Verlusten am Finanzmarkt führen. Dazu haben die Autoren 100 deutsche Aktienfonds untersucht und die von ihnen (mit-)finanzierten Emissionen ermittelt. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass in den Aktienfonds, die in die Sektoren Öl, Gas, Versorger, Rohstoffe und Industrien investieren, ein CO2-Emissionsvolumen finanziert wird, das mit bis zu 4 Mrd. Euro bepreist werden müsste. Die Rendite des Portfolios würde demnach um 4 Mrd. Euro niedriger ausfallen und der Wert der Aktien würde um 4,5 % und der des Gesamtportfolios um 1,2 % sinken. 
Quelle: South Pole Group, Thomson Reuters
Werden die potenziellen Kosten der finanzierten Emissionen für die gesamte Finanzbranche betrachtet, können die ökonomischen Kosten des Klimawandels von etwa 2 bis 5 % des BIP herangezogen werden. Hierbei ergibt sich ein Kosten- bzw. Verlustvolumen von 262 Mrd. bis 655 Mrd. Euro. Ein Verlust von 2 bis 5 % der Kapitalwerte destabilisiert den Finanzmarkt zwar nicht in hohem Maße, unerwartete und umfangreiche regulatorische Eingriffe zur Senkung der CO2-Emissionen sind dennoch als problematisch einzustufen. Längerfristig steigen zusätzlich die physischen Risiken auf die Finanzmarktstabilität.
Wie die Klimarisiken für Investoren in der Praxis aussehen und welche Investitionschancen sich durch den Klimawandel ergeben, zeigt Dr. Maximilian Horster von South Pole im Absolut|impact in der Ausgabe #1/2017.
Absolut Research zeigt mit der Publikation Absolut|impact das Spektrum nachhaltiger Investments für institutionelle Investoren auf. Anleger erfahren durch Fachbeiträge zu Strategien, Trends, ESG-Initiativen und Regulierung, wie sie nicht nur ihr Portfolio, sondern auch gesellschaftliche Veränderungen (mit)gestalten können.