Auswirkung staatlicher CoCos auf Default-Häufigkeit
Ein Team des Internationalen Währungsfonds untersucht in einem Research Paper die Auswirkungen, die die Einführung von Sovereign Contingent Convertibles (CoCos) nach sich ziehen würde, also Staatsanleihen, die bei Liquiditätsschocks ihre Zahlungen aussetzen. Um die Effekte zu messen, konstruieren die Autoren ein Modell für Staats-Defaults, welches um einen Schock auf die Risikoaversion der Kreditgeber erweitert wird. Ein Szenario, bei dem der Staat ausschließlich klassisch Anleihen begeben kann, wird dann mit einem Szenario vergleichen, in dem es möglich ist, Anleihen mit automatischer Aussetzung der Zahlungen zu emittieren. Es zeigt sich, dass die Einführung der CoCos zu einer Reduzierung der Staatsbankrotte führt, welche durch Liquiditätsschocks ausgelöst werden und die gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt steigert.
Demgegenüber erhöht sich allerdings die Häufigkeit von Staatsbankrotten insgesamt: Indem Liquiditätsrisiken für den Emittenten durch CoCos keine große Rolle mehr spielen, steigt der Anreiz, die Verschuldung zu erhöhen. Weiterhin steigen die Spreads, welche durch Liquiditätsschocks ausgelöst werden, da zum einen Kreditgeber die Aussetzung der Zahlungen nicht sonderlich schätzen und zum anderen die Aussetzung der Zahlungen zu einer Erhöhung der Verbindlichkeiten führen. Diese (zeitlich befristete) Aussetzung des Schuldendienstes zieht keine hinreichende Erleichterung bei der Bedienung der Verbindlichkeiten nach sich. Haircuts sind hier ein effektiveres Mittel, um die Häufigkeit von Staatsinsolvenzen zu mindern und die Spreads zu reduzieren.

Quelle: Hatchondo, Martinez, Onder, Roch, 2022
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf CoCos des Finanzsektors jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Corporate Bonds. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 15.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 37 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 200 Universen.