Aufschwung auf deutschem Buy-out-Markt
Buy outs haben einen wesentlichen Anteil am neuerlichen Wachstum im
deutschen Beteiligungsmarkt. Dies geht aus der aktuellen Untersuchung
zum deutschen Buy out-Markt 2004 des Bundesverbandes Deutscher
Kapitalbeteiligungsgesellschaften ? German Private Equity and Venture
Capital Association (BVK) hervor. Dazu wurden die
Eigenkapitalinvestitionen von Beteiligungsgesellschaften bei 60
erfassten Buy outs (Vorjahr: 51) untersucht.
2,7 Milliarden Euro, fast drei Viertel der gesamten
Eigenkapitalinvestitionen des Jahres 2004 in Höhe von 3,8 Milliarden
Euro, entfielen auf Buy out-Transaktionen. Damit haben Buy outs im
insgesamt wachsenden deutschen Beteiligungsmarkt ihre dominierende
Stellung bestätigt. Gegenüber 2003 wuchs das erfasste
Investitionsvolumen im Buy out-Segment um 57 Prozent, während der
Gesamtmarkt einen Zuwachs von rund 56 Prozent verzeichnete.
Markttreiber waren neben den Übernahmen im klassischen deutschen
Mittelstand vor allem Secondary-Transaktionen, also
Unternehmensverkäufe zwischen einzelnen Beteiligungsgesellschaften.
?Buy out-Gesellschaften restrukturieren die Unternehmen, setzen ihre
finanziellen Mittel und ihr Management Know-how ein, um neue Wachstums-
und Wertsteigerungspotenziale zu heben?, erläutert BVK-Geschäftsführer
Holger Frommann. Ihren anhaltenden Wachstumstrend führten vor allem die
Leveraged Buy outs (LBO ?s) fort. Auf diese Gruppe entfielen mit 2,0
Miliarden Euro rund drei Viertel des gesamten Buy
out-Investitionsvolumens.
Die meisten Investitionen fanden in den Bereichen Maschinen-/Anlagenbau
(17), Konsumgüter (7) und Medizin (5) statt. Dem Volumen nach
dominierten im abgelaufenen Jahr jedoch die Branchen Medizin (22,2
Prozent), Konsumgüter (14,2 Prozent) und Sonstiges (13,5 Prozent). Hier
ist allerdings der Einfluss sehr großer Transaktionen zu beachten. Fast
ein Drittel der Mittel wurde im europäischen Ausland investiert, vor
allem in Großbritannien und Belgien. Innerhalb Deutschlands gab es, wie
bereits im Jahr 2003, eine starke regionale Konzentration: Annähernd
das gesamte nationale Investitionsvolumen entfiel auf die vier
Bundesländer Nordrhein-Westfalen (31,4 Prozent) Bayern (29,3 Prozent),
Niedersachsen (15,2 Prozent) und Baden-Württemberg (14,7 Prozent).
Mit 58 Prozent floss der Großteil des Investitionsvolumens auch 2004 in
Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten. Der Anzahl nach ergibt
sich ein differenzierteres Bild: Die meisten Buy outs gab es bei
Unternehmen mit 200 bis 499 Beschäftigten, der Umsatzgröße nach waren
es vor allem Unternehmen mit 10 bis 50 Millionen Euro bzw. mehr als 100
Millionen Euro Jahresumsatz. Aufgrund zahlreicher sehr großer
Investitionen stieg das durchschnittliche Investitionsvolumen pro
Unternehmen auf 44,8 Millionen Euro (Vorjahr: 33,5 Millionen Euro).
Durch einige große Unternehmensverkäufe erreichte das Exitvolumen einen
Wert von 519,5 Millionen Euro. Wichtigste Exitkanäle waren Verkäufe an
andere Beteiligungsgesellschaften (Secondary Buy outs) mit 56,1 Prozent
und Trade sales mit 32,2 Prozent.
?Das Ergebnis des Jahres 2004 ist ein vorläufiger Höhepunkt im
deutschen und europäischen Buy out-Markt. Private Equity -Investoren
haben sich als willkommene Unternehmenskäufer etabliert, aber ob der
starke Wachstumstrend auch 2005 anhalten wird, bleibt abzuwarten?,
prognostiziert Frommann. Deutschland bleibe für deutsche und
internationale Private Equity-Investoren ein attraktives Ziel, denn
Konzerne trennten sich weiterhin von Randaktivitäten und im Mittelstand
nehme die Akzeptanz für Beteiligungsgesellschaften zu.
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