28.06.2005 | 

Aufschwung auf deutschem Buy-out-Markt

Buy outs haben einen wesentlichen Anteil am neuerlichen Wachstum im

deutschen Beteiligungsmarkt. Dies geht aus der aktuellen Untersuchung

zum deutschen Buy out-Markt 2004 des Bundesverbandes Deutscher

Kapitalbeteiligungsgesellschaften ? German Private Equity and Venture

Capital Association (BVK) hervor. Dazu wurden die

Eigenkapitalinvestitionen von Beteiligungsgesellschaften bei 60

erfassten Buy outs (Vorjahr: 51) untersucht.

2,7 Milliarden Euro,  fast drei Viertel der gesamten

Eigenkapitalinvestitionen des Jahres 2004 in Höhe von 3,8 Milliarden

Euro, entfielen auf Buy out-Transaktionen. Damit haben Buy outs im

insgesamt wachsenden deutschen Beteiligungsmarkt ihre dominierende

Stellung bestätigt. Gegenüber 2003 wuchs das erfasste

Investitionsvolumen im Buy out-Segment um 57 Prozent, während der

Gesamtmarkt einen Zuwachs von rund 56 Prozent verzeichnete.

Markttreiber waren neben den Übernahmen im klassischen deutschen

Mittelstand vor allem Secondary-Transaktionen, also

Unternehmensverkäufe zwischen einzelnen Beteiligungsgesellschaften.

?Buy out-Gesellschaften restrukturieren die Unternehmen, setzen ihre

finanziellen Mittel und ihr Management Know-how ein, um neue Wachstums-

und Wertsteigerungspotenziale zu heben?, erläutert BVK-Geschäftsführer

Holger Frommann. Ihren anhaltenden Wachstumstrend führten vor allem die

Leveraged Buy outs (LBO ?s) fort. Auf diese Gruppe entfielen mit 2,0

Miliarden Euro rund drei Viertel des gesamten Buy

out-Investitionsvolumens.

Die meisten Investitionen fanden in den Bereichen Maschinen-/Anlagenbau

(17), Konsumgüter (7) und Medizin (5) statt. Dem Volumen nach

dominierten im abgelaufenen Jahr jedoch die Branchen Medizin (22,2

Prozent), Konsumgüter (14,2 Prozent) und Sonstiges (13,5 Prozent). Hier

ist allerdings der Einfluss sehr großer Transaktionen zu beachten. Fast

ein Drittel der Mittel wurde im europäischen Ausland investiert, vor

allem in Großbritannien und Belgien. Innerhalb Deutschlands gab es, wie

bereits im Jahr 2003, eine starke regionale Konzentration: Annähernd

das gesamte nationale Investitionsvolumen entfiel auf die vier

Bundesländer Nordrhein-Westfalen (31,4 Prozent) Bayern (29,3 Prozent),

Niedersachsen (15,2 Prozent) und Baden-Württemberg (14,7 Prozent).

Mit 58 Prozent floss der Großteil des Investitionsvolumens auch 2004 in

Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten. Der Anzahl nach ergibt

sich ein differenzierteres Bild: Die meisten Buy outs gab es bei

Unternehmen mit 200 bis 499 Beschäftigten, der Umsatzgröße nach waren

es vor allem Unternehmen mit 10 bis 50 Millionen Euro bzw. mehr als 100

Millionen Euro Jahresumsatz. Aufgrund zahlreicher sehr großer

Investitionen stieg das durchschnittliche Investitionsvolumen pro

Unternehmen auf 44,8 Millionen Euro (Vorjahr: 33,5 Millionen Euro).

Durch einige große Unternehmensverkäufe erreichte das Exitvolumen einen

Wert von 519,5 Millionen Euro. Wichtigste Exitkanäle waren Verkäufe an

andere Beteiligungsgesellschaften (Secondary Buy outs) mit 56,1 Prozent

und Trade sales mit 32,2 Prozent.

?Das Ergebnis des Jahres 2004 ist ein vorläufiger Höhepunkt im

deutschen und europäischen Buy out-Markt. Private Equity -Investoren

haben sich als willkommene Unternehmenskäufer etabliert, aber ob der

starke Wachstumstrend auch 2005 anhalten wird, bleibt abzuwarten?,

prognostiziert Frommann. Deutschland bleibe für deutsche und

internationale Private Equity-Investoren ein attraktives Ziel, denn

Konzerne trennten sich weiterhin von Randaktivitäten und im Mittelstand

nehme die Akzeptanz für Beteiligungsgesellschaften zu.

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