Aufbau von Faktor-Portfolios mit langem Anlagehorizont
Das EDHEC-Risk Institute hat in einem Forschungsbericht die Vorteile der Allokation in Faktoren aus institutioneller Sicht dargelegt. Thematisiert werden sowohl die Allokation auf Ebene der Asset-Klasse als auch die Benchmarking-Entscheidung innerhalb von Asset-Klassen. Die Autoren beginnen mit einer kurzen Gegenüberstellung der verschiedenen Definitionen von Faktoren in Theorie und Praxis. Diese Definitionen reichen von Faktoren als Komponenten, die die Rendite eines Assets erklären können, über Investmentstrategien, die langfristig eine Prämie generieren, und Risikofaktoren bis hin zu Zustandsvariablen, die das aktuelle Geschäftsumfeld beschreiben. Zur Diversifizierung eines Portfolios wird als Maß die Effective Number of Uncorrelated Bets vorgeschlagen, die dann maximal ist, wenn alle Faktoren gleich viel zum Portfoliorisiko beitragen (Factor-Risk Parity). Je nach Konstruktionsmethode unterscheiden sich die Parity-Portfolios deutlich. Sinnvoll ist es zudem, Konjunktur und Inflation zu berücksichtigen, um ein Portfolio zu konstruieren, das sich an die Marktbegebenheiten anpasst. 
Quelle: EDHEC-Risk Institute
Es wird gezeigt, dass ein Maximum-Sharpe-Ration-Portfolio (MSR) auf Einzeltitelebene mit einem MSR-Portfolio übereinstimmt, das auf Faktoren basiert. Im Aktien-Bereich sind Portfolios, die auf den Faktoren Size, Value, Momentum, LowVola, Profitability und Investment beruhen einer klassischen Benchmark überlegen, vor allem dann, wenn sie abweichende Gewichtungsverfahren verwenden. Die Kombination zu einem Multi-Faktor-Portfolio verbessert abermals relative Rendite und Risiko gegenüber der Benchmark, wobei die Methode, nach der das Multi-Faktor-Portfolio konstruiert wird, großen Einfluss auf dessen Rendite/Risiko-Eigenschaft hat. 
Quelle: EDHEC-Risk Institute
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