18.12.2012 | Research

Arbitrage mit inflationsgebundenen Anleihen und Swaps

Die Existenz von Arbitrage-Möglichkeiten zwischen Staatsanleihen mit und ohne Inflationsbindung weist Matthias Fleckenstein von der University of California in einer Forschungsarbeit nach, die Ende November veröffentlicht wurde. Demnach besteht in den Märkten der G7-Staaten eine persistente Preisdifferenz zwischen inflationsgebundenen Titeln, deren Cash-Flows über Inflationsswaps fixiert werden und nominellen Anleihen identischer Laufzeit und Kuponstruktur. Die Preisdifferenz zwischen der herkömmlichen und der replizierten Anleihe liegt bei bis zu 20 US-Dollar je 100 US-Dollar Nennwert. Aggregiert über den gesamten G7-Markt betrug die ermittelte Differenz zwischen 2004 und 2011 im Mittel rund 22 Mrd. US-Dollar und erreichte im Jahr der Finanzkrise 2008 ihren Höhepunkt bei über 100 Mrd. US-Dollar.


Quelle: Fleckenstein (2012)

Für alle regionalen Märkte belegt der Autor eine statistisch signifikante, monatliche Überschussrendite der synthetischen, festverzinslichen Anleihe von 0,51 % in Frankreich bis 0,69 %  in den Vereinigten Staaten. Die Bewegung der Preisdifferenzen verläuft in allen sieben Märkten überaus synchron, was dafür spricht, dass ein gemeinsamer globaler Faktor die Entwicklung beeinflusst. Eine Rolle könnte das verfügbare Kapital spielen. Beispielsweise lieferten Hedgefonds, die eine alternative Strategie in Anleihen verfolgen, höhere Renditen, wenn in die Preisdifferenz groß war. Zudem deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Geldpolitik der Zentralbanken Ende 2008 die Fehlbewertungen verschärft hat.

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