13.12.2012 | Studie

Verbesserungspotential bei der Asset Allocation deutscher Stiftungen

Die Finanzkrise und das nachfolgende Niedrigzinsumfeld haben auch den deutschen Stiftungen zu schaffen gemacht. Um den Anforderungen des Marktumfeldes gerecht zu werden und weiterhin die Stiftungszwecke erfüllen zu können, bedarf es einer professionellen Anlagestrategie und qualifizierten Personals. Beides ist jedoch nur bei einem Teil der größten Stiftungen vorhanden, wie die vom Centrum für soziale Investitionen und Innovationen und vom Bundesverband Deutscher Stiftungen veröffentlichte Studie "Anlageverhalten der kapitalstärksten deutschen Stiftungen" zeigt. Diese untersuchte die 200 größten Stiftungen der Bundesrepublik. Allerdings verfügt die Hälfte der Stiftungen über weniger als 40 Mio. Euro an Kapital, wodurch sich das professionelle Management erheblich erschwert.


Quelle: CSI

Für ebenfalls 50 % ist die Besetzung des Vorstands nicht von fachlicher Anlagekompetenz geleitet. Allerdings erfordern die Investitionen ein hohes Maß an Know-how. Selbst wenn externe Berater die Asset Allocation vornehmen, müssen diese kontrolliert werden. Denn meist ist der Vorstand für die Festlegung der Anlagestrategie zuständig. Extra abgestelltes Fachpersonal fehlt häufig.
Die Asset Allocation wird von 82 % durch eine Festlegung von Asset-Klassen durchgeführt. Der Erhalt des Stiftungskapitals und die Festlegung von Risikoparametern sind für 72 % bzw. 62 % ebenfalls relevante Anlagekriterien. Im Zuge der Finanz- und der Euro-Krise werden nur noch Immobilien von der Mehrheit der befragten Stiftungen als sichere Anlage eingestuft, Staatsanleihen zunehmend skeptisch gesehen. Widersprüchlich ist die Gesamtwahrnehmung. Investments in Schwellenländer und Fremdwährungen werden als sehr risikoreich betrachtet, gleichzeitig allerdings die Notwendigkeit globalen Investierens erkannt.


Quelle: CSI

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Stiftungen ein langfristiges Anlagekonzept brauchen. Qualifiziertes Personal muss für die Investmentpolitik abgestellt werden, mit der Möglichkeit zur Weiterbildung der Fähigkeiten. Gleichzeitig erfordere professionelles Anlagemanagement eine institutionalisierte Überwachung und Kontrolle.


Beachten Sie hierzu auch die Artikel "Herausforderungen für die Vermögensanlage von Stiftungen" von Dieter Lehmann und "Vermögensverwaltung von Stiftungen über eine Investmentaktiengesellschaft" von Dr. Christoph Gringel und Andreas Rachor im Absolut|report 2|2012.

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