21.08.2014 | Research

Ansätze für eine faktorbasierte Portfoliokonstruktion

Allokationen, die nicht durch direkte Asset Exposures diversifiziert werden, sondern die durch die Gewichtung von Risikofaktoren bestimmt werden, haben sich seit der Finanzkrise als interessante Alternative herauskristallisiert. Xiaowei Kang und Daniel Ung von S&P Dow Jones Indices haben drei verschiedene Strategien zur Konstruktion solcher faktorbasierter Portfolios untersucht. Zunächst erstellen die Autoren ein Risk-Parity-Portfolio bestehend aus sechs Asset-Klassen, wobei sie die Risiken über vergangenheitsbezogene Volatilität und Korrelationen ermitteln. Gegenüber anderen Strategien, darunter eine klassische statische Asset-Allokation sowie ein Min-Var-Ansatz, zeigt diese Equal-Risk-Contribution-Strategie eine risikoadjustierte Outperformance. Wichtig ist, dass eine solche Risk-Parity-Allokation nicht über verschiedene Asset-Klassen erreicht wird, da auch unterschiedliche Assets ähnlichen makroökonomischen Risiken unterworfen sein können.


Quelle: S&P Dow Jones Indices

Werden statt des Risk-Parity-Ansatzes verschiedene Alternative-Beta-Strategien, darunter Low-Vola und Momentum, verknüpft, so zeigt sich ein ähnliches Bild: Das faktorkombinierte Portfolio performt risikoadjustiert besser als klassische oder reine Marktportfolios - dies gilt sowohl für Aktien als auch für Rohstoffe. Die Schwierigkeit von Alternative-Beta-Portfolios besteht darin, dass verschiedene Investoren unterschiedliche Strategien verfolgen und damit jeweils andere Faktoren relevant sind. Gleiches gilt für die Strategieauswahl, dazu gehören etwa die Frage nach einer aktiven oder passiven Investmentphilosophie, und die Frequenz des Portfolio-Rebalancing.


Quelle: S&P Dow Jones Indices

Alternativ lassen sich die Risikoprämien der Faktoren vom Marktrisiko separieren, etwa indem Long-Positionen von Small Cap, Value und Momentum Short-Positionen im Marktindex gegenüberstehen. Zwar sind die Risiken der Faktoren in vielen Fällen relativ hoch, doch ist die Korrelation untereinander eher gering, so dass ein über die Risikoprämien der Faktoren diversifiziertes Portfolio eine nur geringe Volatilität aufweist. Problematisch können gerade in Krisenzeiten die hohe Abhängigkeit von Short-Positionen und die Hebelung sein, ebenso stehen der Strategie hohe Kosten gegenüber und die Korrelationen der Faktoren zueinander sind zeitlich nicht stabil.

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