20.04.2018 | Studie

Anpassungsbedarf in der ESG-Berichterstattung

Eine Gruppe von Forschern und Praktikern der DVFA, der Universität Hamburg und von PwC hat im Auftrag des Umweltbundesamtes untersucht, inwieweit institutionelle Investoren und Asset Manager Nachhaltigkeitsaspekte in ihrer Anlageentscheidung beachten und Empfehlungen ausgesprochen.

Demnach berücksichtigen bereits 75 % der Befragten ESG-Aspekte, wovon die Mehrheit insbesondere sektorspezifische Informationen als wichtig einschätzt. Die Informationsqualität entspricht allerdings noch nicht den Erwartungen. Die Gruppe, die keine ESG-Aspekte im Investmentprozess berücksichtigt, begründet dies mit mangelnder Kundenachfrage und der Sorge, dass dies zu Lasten der Performance gehen könnte. Weitere Hürden sind die mangelnde Quantifizierbarkeit sowie die Schwierigkeit, Key Performance Indicators (KPIs) in bestehende Investment-Modellierungen zu integrieren.

Die Themen Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen werden von den Investoren als relevanteste Umweltaspekte eingeschätzt. Bei diesen Themen schätzen die Befragten auch die Berichtsqualität am höchsten ein.


Quelle: UBA

Hinsichtlich der Berichterstattung auf Unternehmensseite wird vor allem der United Nations Global Compact als relevant angesehen, der allerdings keine festgesetzten Indikatoren enthält. Als globalem Rahmenwerk wird der Global Reporting Initiative (GRI) die größte Bedeutung beigemessen. 40 % stufen dabei das Sustainability Accounting Standards Board (SASB) als relevant ein.

Empfohlen wird, die Bedürfnisse der Investoren bei den Indikatoren der Berichterstattung stärker zu integrieren. So werden bei dem GRI-Leitfaden die branchenspezifischen Chancen und Risiken je Indikator nur unzureichend widergespiegelt. Diese Lücken können durch SASB und ESG-Ratings gefüllt werden. Außerdem zeigte die Befragung, dass Investoren stärker quantitativ ausgestaltete Nachhaltigkeitsberichte benötigen.



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