Ankündigungseffekte bei Beteiligungen von Hedgefonds und Private Equity Fonds
Mark Mietzner und Denis Schweizer von der European Business School Schloss Reichartshausen haben eine Arbeit mit dem Titel "Hedge Funds versus Private Equity Funds as Shareholder Activists - Differences in Value Creation" veröffentlicht. Darin vergleichen sie die abnormalen Renditen von Unternehmen, bei denen Hedgefonds oder Private Equity Fonds eine mindestens fünfprozentige Beteiligung erwerben.
Die Arbeit basiert auf dem Argument, dass eine Blockbeteiligung eines qualifizierten und aktiven Shareholders, wie eines Hedgefonds oder Private Equity Fonds, zu einer positiven abnormalen Rendite führen sollte, da Agency Kosten zwischen den Zielunternehmen und den Kapitalmärkten reduziert werden.
Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass die Ankündigung einer größeren Beteiligung von Hedgefonds und Private Equity Fonds kurzfristig zu positiven abnormalen Renditen um 5% beim Zielunternehmen führt. Bei Hedgefonds sind diese jedoch nicht auf die Reduktion von Agency Kosten zurückzuführen, sondern auf die Erhöhung des Handelsvolumens bei einer Beteiligung von über 5% (Buy Side Pressure).
250 Tage nach Ankündigung sind nur bei Beteiligungen von Private Equity Fonds noch positive abnormale Renditen zu verzeichnen. Bei Beteiligungen von Hedgefonds sind die abnormalen Renditen negativ. Mietzner und Schweizer führen dies auf das deutsche Corporate Governance System zurück, wonach Hedgefonds ihre Interessen mit dem Aufsichtsrat abstimmen müssen. Die negativen abnormalen Renditen seien Folge einer Misinterpretation von den Fähigkeiten und Zielen von Hedgefonds. Die Marktteilnehmer glauben anscheinend nicht, dass ein Engagement eines Hedgefonds Shareholder Value generieren kann, im Gegensatz zu einer Beteiligung eines Private Equity Fonds.