Analyse von Wachstum und Schuldnerqualität von Mikrofinanzinstituten
Ende Juni veröffentlichte die Microfinance Information Exchange (MIX) ein kurzes Research-Papier, welches die Auswirkungen von Wachstum auf die Performance von Mikrofinanz-Institutionen (MFIs) zum Thema hat. Ausgangspunkt war die Frage, ob die hohen Wachstumsraten dieser noch jungen Anlageklasse zur Aufnahme geringer qualifizierter Schuldner führt und ob dies negative Auswirkungen auf die Performance habe.
Demnach sei die Anzahl der Schuldner zwischen 2003 und 2008 um jährlich 21 % gestiegen, das Portfolio der MFIs sogar um 34 %. Der Autor untersucht 3.263 Fälle von 821 MFIs in 91 Ländern in den Jahren 2000-2008. Er kommt zu dem Ergebnis, dass hohe Wachstumsraten lediglich in extremen Situationen Auswirkungen auf die Portfolio-Performance haben.
Quelle: MIX
Die kritische Schwelle liegt in seiner Analyse bei 250 % Wachstum, einer Zahl die weit über dem Wachstum der meisten MFIs liege. Desweiteren hätten MFIs sehr gute Möglichkeiten bei expansivem Wachstum, also bei Wachstum in anderen Branchen und Regionen, als bei lokalem Wachstum. Der Autor vermutet eine breitere Auswahl an hochwertigen Schuldnern bei expansivem Wachstum, verweist jedoch auf weiteres Research um diesem Ergebnis auf den Grund zu gehen. Zudem führe eine hohe Marktdurchdringung sowie hohe Wachstumsraten innerhalb eines Landes zu einer Reduktion der Portfolioqualität.
Quelle: MIX
Investoren sollten daher den regionalen Kontext finanzierter MFIs beachten, da dieser neben makroökonomischen Faktoren entscheidendem Einfluss auf die Portfolio-Performance habe.