Analyse von Islamic Finance und Wealth Management
Ein umfassender Report zu Details des islamischen Vermögensmanagements und der Ausgestaltung und Performance von Asset-Klassen unter islamischem Recht ist kürzlich von der Bank Sarasin veröffentlicht worden. Neben der Vermögens- und Erbschaftsplanung wird auf Investments in Aktien, Anleihen, Immobilien, Fonds und Private Equity eingegangen.
Demnach würde die Titelselektion bei Aktien zu einer geringeren Volatilität führen, da Unternehmen des Finanzsektors und solche mit hohem Leverage aufgrund der religiösen Richtlinien ausgeschlossen würden. Die Titelauswahl erleichtere eine Anzahl an Indizes zu diesem Thema, beispielsweise die Dow Jones Islamic Market Indizes. Der Markt für islamische Investment-Fonds hatte Ende 2009 bereits ein Volumen von 2,8 Mrd. US-Dollar und 556 Produkten. Zu beachten ist, dass islamische Fonds i. d. R. Long-Only-Investments darstellen. Schwieriger als die Aktienanlage gestaltet sich hingegen ein Investment in Immobilien, das bestimmten Anforderungen genügen muss.
Quelle: Bank Sarazin
Laut dem Report ist ein Investment in Fixed Income problematisch. Aufgrund des Zinsverbotes ist die Lösung für islamisches Investieren hier die Sukuk, eine Anleihe mit Gewinnbeteiligung. Hürden stellen mangelnde Ratings und Unklarheiten in der Gläubigerstruktur dar. Dennoch sei das Volumen bis 2007 deutlich auf 35 Mrd. US-Dollar angestiegen. 2009 allein wurden Sukuks für mehr als 20 Mrd. US-Dollar emittiert.
Quelle: Bank Sarazin
Sehr gut geeignet für islamische Investoren ist Private Equity bzw. Venture Capital. Allerdings sind bestimmte Unternehmen sowie der Einsatz von Leverage für ein islamisches Konzept ausgeschlossen. Der Private-Equity-Markt ist daher noch sehr klein.