Analyse der Yield Spreads von Cat Bonds
Versicherungsunternehmen haben seit den 90er Jahren vermehrt Anleihen emittiert, deren Zins- und Rückzahlung an das Eintreten von versicherungstechnischen Schäden geknüpft ist. Diese Anleihen ähneln in ihrer Struktur Asset-Backed Securities und bilden zumeist Naturrisiken, wie Erdbeben, Stürme und Hochwasser, ab. In einer aktuellen Research-Arbeit untersucht Stephan Dieckmann von der Universität Pennsylvania die Renditespanne (Yield Spread) von sog. Catastrophe Bonds (Cat Bonds) und entwickelt ein Modell zu ihrer Bestimmung anhand von Investorenpräferenzen.
Quelle: Dieckmann (2010)
Der Autor ermittelt vier stilisierte Fakten. Die Yield Spreads betragen das Zwei- bis Dreifache der erwarteten Verluste. Die Zeitstruktur der Spreads steigt leicht an. Investoren verlangen eine zusätzliche Prämie für Schadenereignisse, die sie in Haftung bringen und das Eintreten von großen Schadenereignissen wie Hurricane Katrina führt zu einem Anstieg der geforderten Risikoprämien, auch bei anderen versicherungstechnischen Risiken. Im Vergleich beträgt der Yield Spread eines Corporate Bond nur das 1,5-fache des erwarteten Ausfalls. Risiken werden also unterschiedlich gepreist.
Abschließend prognostiziert der Autor mit seinem Modell vergangene und gegenwärtige Yield Spreads von Cat Bonds. Die Prognosequalität des Modells ist gut, allerdings verweist der Autor auf mögliche Friktionen, insbesondere Marktmacht, Moral Hazard und adverse Selektion, die im Modell nicht berücksichtigt werden, jedoch Einfluss auf den Yield Spread nehmen könnten.
Einen umfangreichen Artikel zu Insurance-Linked Bonds und insbesondere Cat Bonds finden Abonnenten des Absolut|report in der aktuellen Ausgabe 2|2010 unter dem Titel "Chancen und Risiken von Insurance-Linked Products" ab Seite 48.