Analyse der Aktienfonds-Perfomance im deutschen Fondsmarkt
Eine im August erschienene Research-Publikation der Cass Business School untersucht die Performance des deutschen Aktienfondsmarktes zwischen 1990 und 2009. Die Autoren Keith Cuthbertson and Dirk Nitzsche verwenden ein Survivorship-Bias-freies Datenset von ca. 550 Fonds und versuchen mittels der False Discovery Rate die Anzahl der Alpha erzeugenden Fonds zu separieren in Fonds, die tatsächlich Alpha erzeugen und Fonds, die Glück bei der Portfoliobildung hatten.
Quelle: Cuthbertson, Nitzsche (2010)
Rund 80 % der Fonds zeigen weder Out- noch Underperformance gegenüber ihren Benchmarks, können also weitgehend als Index-Tracker bezeichnet werden. Die False Discovery Rate führt zu interessanten Einsichten in die Fonds am Anfang und Ende der Verteilung. Für 175 Fonds mit statistisch signifikantem negativen Alpha beträgt die Fehlerquote lediglich 13 %.
27 % der gesamten Fondspopulation sind somit tatsächlich "schlechte" Fonds. Für die 26 Fonds mit statistisch signifikantem positiven Alpha beträgt die Fehlerquote hingegen 80 %, woraus folgt, dass lediglich 3 Fonds oder 0,5 % der gesamten Population die Fähigkeit zu dauerhafter Outperformance zeigen. Diese Fonds sind im extremen rechten Teil der Verteilung zu finden.
Quelle: Cuthbertson, Nitzsche (2010)
Die Ergebnisse variieren bei der Anwendung weiterer Tests für "Market Timing" und "Stock Selection", die Tendenz der Aussagen bleibt dabei allerdings unverändert.