03.05.2018 | Märkte

Alternativer Ansatz für CO2-Risiken im Portfolio

Neben dem CO2-Fußabdruck gibt es inzwischen weitere Ansätze, um CO2-Risiken im Portfoliokontext zu berücksichtigen. Schroders hat in einer Analyse die Methode Carbon Value at Risk (Carbon VaR) vorgestellt. Der Unterschied zum CO2-Fußabdruck besteht darin, dass mit dem Carbon VaR die Effekte eines ansteigenden CO2-Preises auf Unternehmensgewinne und den Unternehmenswert abgebildet werden können. Globale Unternehmen würden bspw. bei einem Anstieg des CO2-Preises auf 100 USD pro Tonne etwa 20 % der Cashflows einbüßen. Es ist davon auszugehen, dass die CO2-Preise deutlich steigen werden. Wird das 2°-Ziel verfolgt, können bis 2050 mit etwa 140 USD pro Tonne gerechnet werden.


Quelle: Schroders

Die größten CO2-Risiken sind nicht auf spezielle Sektoren beschränkt. Von Preisveränderungen sind am stärksten Building Materials, Iron & Steel und Commodity Chemicals betroffen. Ein eher geringer Effekt kann bei Defense, Computer Services und Drug Retailers erwartet werden. Innerhalb eines Sektors kann es zu deutlichen Abweichungen bzw. Ausschlägen unter den Unternehmen kommen. Hieran wird die Bedeutung der aktiven Aktienauswahl deutlich.


Quelle: Schroders

Wird der Carbon VaR auf gängige Aktienindizes angewandt, kann das EBITDA at Risk über 10 % gesenkt werden. Beim MSCI World und FTSE All Share liegt der Wert bspw. bei unter -14%, beim MSCI EM sind es sogar unter -16 %. Zwischen dem CO2-Fußabdruck und dem Carbon VaR besteht keine signifikante Korrelation, was verdeutlicht, dass CO2-Risiken nicht alleine mit dem Fußabdruck gemessen werden können. Aber auch der Carbon VaR sollte nicht als alleinige Kenngröße für Klimarisiken im Portfolio angewandt werden.


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