Alternative Investmentbranche sieht Nachbesserungsbedarf im KAGB
In einer umfangreichen Studie haben PricewaterhouseCoopers (PwC), der Bundesverband Sachwerte und Investmentvermögen (bsi) sowie der Branchenverband Zentraler Immobilien Ausschuss (ZIA) ein Jahr nach Inkrafttreten des KAGB die Auswirkungen auf die deutsche alternative Investmentbranche untersucht. Insgesamt ist die Einschätzung der Befragten positiv, allerdings sehen viele Umfrageteilnehmer noch diverse offene Fragen, die der Gesetzgeber bislang nicht ausreichend beantworten konnte. Größten Nachbesserungsbedarf sehen die Befragten in den Bereichen des Steuerrechts und der Auslagerung einzelner Tätigkeiten. Fast jeder zweite Befragte wünscht sich höhere Rechtssicherheit bezüglich der steuerlichen Behandlung.
Quelle: PwC, bsi, ZIA
Durch das KAGB haben AIF-Verwahrstellen erheblich an Bedeutung gewonnen. Jedes Investmentvermögen muss eine Verwahrstelle benennen und zentrale Kontrollfunktionen an diese abtreten. Die befragten Verwahrstellen erwarten dementsprechend eine besonders positive Marktentwicklung für ihren Geschäftsbereich und fühlen sich insgesamt rechtssicher im Rahmen der KAGB-Vorgaben. Größte Herausforderung ist jedoch für ausnahmslos alle befragten Verwahrstellen die ordnungsgemäße Überwachung der Cashflows des AIF, die seit KAGB-Einführung eine der Kernaufgaben der Verwahrstellen darstellt. 80 Prozent der befragten Verwahrstellen sehen hier den Gesetzgeber in der Pflicht nachzubessern.
Quelle: PwC, bsi, ZIA
Insgesamt zeigt die Umfrage, dass sich die Branche intensiv mit den Anforderungen des KAGB auseinandergesetzt hat und die interne Weiterentwicklung entsprechend vorangetrieben hat. Als Folge der neuen Regulierung rechnet der Großteil der AIF-Manager mit einem Anstieg der institutionellen Nachfrage für ihre Produkte. Sowohl für offene Spezial-AIF als auch geschlossene AIF erwartet die überwiegende Mehrheit der teilnehmenden Produktanbieter einen Nachfrageanstieg. Mit 40 Prozent der Nennungen stehen dabei Immobilien an erster Stelle, gefolgt von Private Equity. Auch in den Bereichen Infrastruktur, erneuerbare Energien sowie Wald und Forst gehen nahezu alle Befragten von steigenden Zuflüssen aus.