04.12.2014 | Märkte

Alternative Credit-Strategien im Niedrigzinsumfeld

Der Asset Manager Candriam hat in einer aktuellen Untersuchung drei Credit-Strategieansätze aufgezeigt, mittels derer Investoren trotz des Niedrigzinsumfeldes stabile Erträge bei geringer Volatilität und Maximum Drawdowns erzielen können. Die erste Strategie umfasst die benchmarkfreie Positionierung in Rentenmärkten in Abhängigkeit der aktuellen makroökonomischen Situation. Hier werden drei Makrozyklen berücksichtigt: Konjunktur, Geldpolitik und die Verfügbarkeit von Fremdkapital. Beispielsweise neigen Staatsanleihen dazu, sich antizyklisch zur Konjunktur zu entwickeln, während Hochzinsanleihen prozyklisch laufen. Vor diesem Hintergrund wird eine Unconstrained-Fixed-Income-Strategie empfohlen, die es ermöglicht, sich zum rechten Zeitpunkt im richtigen Teilsegment zu positionieren. Zwei Aspekte sind in diesem Zusammenhang am wichtigsten, einerseits die Flexibilität, dynamisch auf Marktzyklen reagieren zu können, sowie andererseits die breite Diversifikation sowohl über Regionen als auch Anleihen-Segmente.


Quelle: Candriam

Als weitere Alternative zu Staatsanleihen sehen die Autoren den Corporate-Bond-Markt, wobei besonderes Augenmerk auf eine Long-Short-Strategie im Zusammenhang mit Rating Up- und Downgrades gelegt wird. So geht eine Hochstufung von CCC auf B mit einem Kursanstieg um 9 Prozent einher bei einer Verengung der Spreads um 200 Basispunkte. Umgekehrt können Abstufungen zu deutlichen Kursverlusten führen. Solche alternativen Credit-Strategien, die sich auf die Alpha-Extraktion fokussieren, umfassen zwei Kernpunkte. Einerseits die Konzentration auf Short Duration Bonds, die einen Schutz bei steigenden Zinsen versprechen, und andererseits die breite Aufstellung über verschiedene Alpha-Strategien, etwa Rating Upgrades oder M&A-Situationen.


Quelle: Candriam

Letzteres stellt gerade angesichts der deutlichen Ausweitung der M&A-Aktivitäten im laufenden Jahr eine Perspektive dar. Allein im ersten Halbjahr 2014 betrug das globale Transaktionsvolumen 1,75 Billionen US-Dollar, ein Anstieg um 75 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Merger-Arbitrage-Strategien ermöglichen schwankungsarme und unkorrelierte Renditen bei einer breiteren Diversifikation des Portfolios, da die Rendite durch den risikofreien Zins und das Risiko des Scheiterns der Übernahme determiniert wird.

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