Alternative Anlagen als Ergänzung zum klassischen 60/40-Portfolio
Sowohl die Diversifikationswirkung von Aktien als auch die Schutzfunktion von Anleihen haben im klassischen 60/40-Portfolio an Verlässlichkeit verloren, so dass alternative Anlagen eine größere Rolle spielen können, zeigt eine kurze Analyse von Cliffwater. Aktien-Diversifikation brachte in den vergangenen Jahren weniger Vorteile als vielfach erwartet. Seit 2015 erzielten insbesondere die großen US-Technologieunternehmen einen überproportionalen Anteil der Aktienmarktrenditen. Mit zunehmender Ausweitung des Anlageuniversums sanken die annualisierten Renditen dagegen von über 35% bei den großen US-Techwerten auf 13% beim S&P 500, 11% beim MSCI World und 10% beim MSCI ACWI, ohne dass sich die Risiken wesentlich weiter reduzierten. Zudem verringerte eine breitere Streuung die Verluste in jüngeren Marktphasen kaum und verstärkte sie teilweise sogar.
Quelle: Cliffwater
Anleihen erfüllten innerhalb des klassischen 60/40-Portfolios lange die Funktion eines stabilisierenden Gegengewichts zu Aktien, diese Rolle wurde zuletzt jedoch weniger verlässlich. Niedrige Ausgangsrenditen begrenzten das Kurspotenzial, während Aktien und Anleihen in jüngeren Stressphasen teilweise gleichzeitig nachgaben. Höhere Inflation führte zu einer stärkeren Korrelation zwischen beiden Anlageklassen und verringerte damit die Diversifikationswirkung von Anleihen. Zusätzlich verstärkte eine höhere Anleihevolatilität in Stressphasen teilweise die Portfolioverluste. Trotz dieser Entwicklung blieben Anleihen weiterhin eine Einkommensquelle und konnten in bestimmten Marktumfeldern Diversifikation bieten.
Quelle: Cliffwater
Als Ergänzungen zur klassischen 60/40-Allokation werden Managed Futures, Gold, US-Staatsanleihen und Private Debt diskutiert. Managed Futures entwickelten sich historisch insbesondere in längeren Marktverwerfungen positiv, während Gold langfristig aktienähnliche Renditen erzielte, in Krisenphasen jedoch keine konstante Schutzwirkung bot. US-Staatsanleihen blieben ein wichtiges Diversifikationsinstrument, auch wenn ihre Absicherungsfunktion zuletzt weniger verlässlich ausfiel. Besonders hervorgehoben wird Private Debt, dessen laufende Erträge die Renditen auch in Phasen negativer Aktien- oder Anleiherenditen stabilisierten. Gleichzeitig lag die Volatilität historisch unter der von börsennotierten Aktien.
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