Aktives Management von Smart-Beta-Strategien notwendig
Einerseits sind viele Smart-Beta-Strategien sehr komplex, andererseits ist der Erfolg der Strategien sehr zyklisch, was aktives Management in diesem Segment erforderlich macht, stellt Standard Life Investments in einer Marktanalyse fest. Mit den gesunkenen Kosten für die Implementierung alternativ gewichteter passiver Anlagestrategien ist das Produktspektrum massiv angewachsen – in den USA ist das Angebot an Smart-Beta-ETFs mittlerweile größer als die Anzahl an Large-Cap-Aktien. Viele dieser Produkte, die versuchen bestimmte Faktorprämien zu vereinnahmen, weisen allerdings Schwächen in der Konstruktion auf. Dies beginnt bei der Erklärung der Faktorprämien: Da vielfach keine eindeutige Ursache für das Vorhandensein der Prämie besteht, gibt es unterschiedlichste Konstruktionsmethoden für die Produkte und entsprechend abweichende Performances. Folglich sollten Smart-Beta-Produkte als passive Umsetzung einer aktiven Investment-Strategie verstanden werden. Gerade bei Produkten, die Investment-Philosophie, Exposure, Anlageprozess und Ziele nicht klar offenlegen, sollten Investoren die Due Diligence mit einem ähnlich großen Aufwand wie bei der Auswahl aktiver Mandate durchführen.
Quelle: Standard Life Investments
Ein weiterer Punkt betrifft die vergangenheitsoptimierte Konstruktion der Methoden. Viele Strategien weisen für die Vergangenheit hervorragende Backtesting-Ergebnisse aus, sind aber nicht in der Lage, diese Performance auch live zu erwirtschaften. Neben den ausgewiesenen Kosten kommen die bei der Umsetzung entstehenden Transaktionskosten hinzu, die durch häufigere Portfolio-Anpassungen in aller Regel oberhalb klassischer passiver Anlagen liegen. Zuletzt stellt sich die Frage nach der Nachhaltigkeit der Strategien: Erzielt eine transparente Strategie dauerhaft eine Outperformance, fließen so lange Investorengelder hinein, bis es zum Overcrowding kommt. Angesichts der Zyklik der relativen Performance von Smart-Beta-Strategien kommt der aktiven Gestaltung des Smart-Beta-Portfolios besonderes Gewicht zu, wo Aspekte wie Volatilität, Leverage, Liquidität und Risiko-Exposures gegenüber Kosten und Market Impact ausbalanciert werden.
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Smart-Beta- und Factor-Investing-Strategien jeden Monat in den Publikationen Absolut|ranking Smart Beta Equity und Smart Beta Fixed Income & Commodity. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 27 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 110 Vergleichsgruppen.