24.03.2015 | Studie

Aktive Manager sehen in Implementierung von ESG-Faktoren keinen Nachteil

In einer Marktanalyse hat Russell Investments untersucht, wie sich die Berücksichtigung von ESG-Aspekten in verschiedenen Aktienindizes entwickelt hat und in welchem Maße aktive Fondsmanager diese Entwicklung mittragen. Die höchsten ESG-Bewertungen erzielen in Europa gelistete Aktiengesellschaften, gefolgt von australischen. Dahinter liegen Nordamerika, Japan und die Emerging Markets. In Europa haben alle drei Teilaspekte, also Environmental, Social und Governance, im Zeitverlauf zugelegt, wobei der Anstieg insbesondere bei den Umweltaspekten ins Auge sticht. Tendenziell kann festgestellt werden, dass hochkapitalisierte Unternehmen größeres Augenmerk auf Nachhaltigkeit legen als kleinere.


Quelle: Russell Investments

Im Anschluss wird die Einschätzung der Fondsmanager untersucht. Als Proxy für die Frage, ob die Implementierung von ESG-Aspekten in die Anlagepolitik Vor- oder Nachteile schafft, wird geprüft, wie stark Unternehmen mit hoher ESG-Wertung vom Management gewichtet werden. Für Europa finden die Autoren keinen negativen Bias, sondern mit den Indizes konsistent hohe ESG-Wertungen. Gleichzeitig sind die Manager dem Trend zu höheren ESG-Wertungen gefolgt, der sich bei der Untersuchung der Indizes gezeigt hat. Daneben ist die Anzahl von ESG-Spezialisten unter den Anbietern gestiegen. Auffällig ist, dass sich dieses Muster nicht in allen untersuchten Regionen der Welt widerspiegelt.

Da aktive Manager nicht systematisch schlechtere ESG-Bewertungen erzielen als die kapitalisierungsgewichteten Benchmarks, gehen die Autoren davon aus, dass im Mittel die Experten keine negativen Performance-Effekte durch die Implementierung von ESG-Faktoren befürchten.

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