Aktive Fonds als Protective Put in Krisen?
Bisher zeigten wissenschaftliche Untersuchungen zum aktiven Management (z. B. Gruber 1996), dass aktiv gemanagte Fonds im Durchschnitt eine schlechtere Rendite erzielen als ihre Benchmarks. Trotzdem verwalten sie weiterhin mit Abstand die meisten Assets.
Eine im August veröffentlichte Research-Arbeit der University of California untersucht die Renditen von Aktienfonds zwischen 1980 und 2008 in konjunkturellen Auf- und Abwärtsbewegungen (gemessen an NBER-Daten). Sie kommt zu dem überraschenden Ergebnis, dass die aktivsten Fonds die passivsten Fonds in Abwärtsbewegungen um 4,5% - 6% p. a. schlagen und zwar nach Adjustierung von Risiko und Kosten. Dementsprechend bilden aktive Fonds eine Absicherung in Abwärtsmärkten, ähnlich einer Verkaufsoption (Protective Put), für die die Investoren anscheinend eine Prämie in Form von geringeren Renditen in Aufwärtsphasen zu zahlen bereit sind.
Quelle: Sun, Wang, Zheng (2009)
Der Grad der Aktivität von Fonds wird mittels eines Vergleichs von Index- und Fondsgewichtung von Aktien ermittelt, sowie aus der Korrelation von Fonds zu ihrer Peer-Gruppe. Ergebnisse sind, dass die aktivsten Fonds am besten bei Abwärtsbewegungen abschneiden, allerdings auch die höchsten Gebühren verlangen, wodurch die Underperformance in Aufwärtsphasen entsteht. Die Outperformance in Abwärtsphasen stammt aus den Selektionsfähigkeiten der Manager, nicht aus deren Timing-Fähigkeiten.
Als Ursache dieser Ergebnisse vermuten die Autoren, dass in Abwärtsphasen zum einen keine Noise-Trader am Markt sind, zum anderen Unternehmen in diesen Phasen weniger Informationen bereitstellen, wodurch sich aktives Research mehr lohnt. Die aktivsten Fonds böten somit für Investoren einen gewissen Schutz in Abwärtsphasen, dessen Nutzengewinn den Nutzenverlust aus Aufwärtsphasen übersteige.