23.01.2018 | Märkte

Positives Marktumfeld für aktives Management

Aktives Asset Management könnte bald wieder deutlich an Relevanz gewinnen. Zu diesem Ergebnis kommt Amin Rajan von der Research-Boutique Create in einer Marktanalyse.
Die relativ geringe Performance aktiver Asset Manager innerhalb der letzten Jahre ist u.a. auf folgende Faktoren zurückzuführen: aufgeblähte Aktienpreise durch die Zentralbankpolitik, Kostendruck vonseiten des Gesetzgebers und der Investoren sowie einige Extremereignisse (fallende Ölpreise, Brexit etc.).

In Folge stieg die Nachfrage nach passiven Produkten deutlich an sowie die Sorge über die daraus entstehenden Konsequenzen. Hierzu genannt wird u.a., dass sich die Titelauswahl in den Indizes nach Kenngrößen wie der Unternehmenskapitalisierung richtet und nicht auf den wesentlichen Bewertungsgrößen beruht. Das treibt das Index Premium in die Höhe. Argumentiert wird auch, dass ETFs nicht den Markt widerspiegeln, sondern ihn zum Teil steuern. Ein von passiven Investments ausgehendes systematisches Risiko kann aber nicht beobachtet werden. Passive Investments werden auf die Probe gestellt, sobald die Geldpolitik ihren jetzigen Kurs ändert und die Volatilität wieder steigt.

Im Vergleich der Performances aktiver und passiver Strategien zeigt eine Analyse der letzten 30 Jahre ein zyklisches Bild. So konnten im Durchschnitt passive Investments in Zeiten eines Marktwachstums eher überzeugen, während aktive Strategien vor allem bei Marktkorrekturen ihre Stärken ausspielen konnten.


Quelle: Create, Morningstar

Hinzu kommt, dass sich passive und aktive Strategien gegenseitig bedingen. Aktive Manager fördern die Markteffizienz, indem sie Preisanomalien reduzieren. Mit steigender Markteffizienz wächst die Attraktivität passiver Strategien, die mit zunehmendem Anlagevolumen wiederum die Aktienbewertungen verzerren. Absolut diesem Zeitpunkt wird eine aktive Strategie erneut interessanter. Sobald also die Zentralbanken ihren Kurs ändern, könnten mit sinkender Korrelation der Aktien aktive Strategien wieder stärker nachgefragt werden.


Quelle: Create, BofA Merrill Lynch

Es ist davon auszugehen, dass passive Strategien auch weiterhin relevant bleiben und den Preiswettbewerb vorantreiben werden.


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