20.07.2016 | Absolut Research

Performance von Listed Real Estate nach Brexit-Referendum

Der überraschende Ausgang des Referendums in Großbritannien über den Verbleib in der Europäischen Union hat an den europäischen Kapitalmärkten zu erheblichen Reaktionen geführt. In besonderem Maße waren von diesen Entwicklungen die Aktien des Immobiliensektors in Großbritannien betroffen. Während der FTSE 100 vom 24. bis 27. Juni rund -5,6 % verlor, sank der FTSE EPRA/NAREIT UK Index, der britische Immobilienaktiengesellschaften umfasst, um fast -22 %. Vor diesem Hintergrund hat Absolut Research die Performance europäischer Listed-Real-Estate-Fonds im Marktumfeld des Brexit-Referendums untersucht.

Europäische Immobilienfonds erzielten an den beiden Handelstagen nach dem Brexit-Referendum (24. und 27. Juni) im Durchschnitt einen Verlust von -10,4 %, was etwa den Kursverlusten des europäischen Gesamtmarkts (Stoxx Europe 600) von -10,8 % entspricht. An der Kurserholung des Aktienmarkts an den darauf folgenden drei Handelstagen konnten gelistete Immobilienfonds jedoch nicht in vollem Umfang teilhaben, wie die untenstehende Abbildung zeigt. So steht über den gesamten Zeitraum vom 24. bis 30. Juni für den europäischen Aktienmarkt ein Kursrückgang von -4,7 % zu Buche, während das Segment der Immobilienfonds im Mittel -6,2 % verlor.

Entwicklung der europäischen Immobilienfonds und Aktienmärkte nach dem EU-Referendum in Großbritannien

Quelle: Absolut Research GmbH

Innerhalb der Fonds ist jedoch eine deutliche Spreizung der Renditen zu beobachten. Für den 24. und 27. Juni reichen die Performances von leicht positiven Ergebnissen (+0,9 %) bis hin zu erheblichen Verlusten (-21,8 %). Dies korrespondiert relativ stark mit dem Anteil, den britische Gesellschaften in den Fondsportfolios einnehmen. Wenig überraschend lässt sich feststellen, dass je höher der Anteil britischer Immobilienaktiengesellschaften, desto größer die Verluste direkt nach dem Brexit-Votum.

Auch wenn im Mittel die Immobilienfonds nicht schlechter abgeschnitten haben als ein marktbreites Investment, macht diese Heterogenität der Entwicklungen im Stressumfeld deutlich, dass sich die Performances der Fonds in Abhängigkeit ihrer Anlagepolitik erheblich unterscheiden können. Investoren sollten daher – nicht nur vor dem Hintergrund der Brexit-Entscheidung – Immobilienaktien nicht per se als risikoärmer als andere Aktieninvestments betrachten, sondern die damit einhergehenden Risiken berücksichtigen. Dies betrifft auch die Auswahl geeigneter Investmentfonds. Deren Entwicklung hat gezeigt, wie unterschiedlich die Produkte auf die Auswirkungen von Schocks in Abhängigkeit ihres regionalen Exposures reagieren und unterstreicht die Wichtigkeit einer sorgfältigen Due Diligence im Investmentprozess.

Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Immobilien jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Real Estate. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 25 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 100 Universen.



Das komplette Spektrum der institutionellen Immobilieninvestments deckt der im Februar 2016 erschienene Absolut|spezial Immobilien ab. Diese Sonderpublikation enthält u.a. Beiträge zum Risikomanagement von Immobilieninvestments, zu Immobilienkreditfonds, Multi-Manager-Ansätzen sowie rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen.

Mehr zum Thema "Real Estate Immobilien"
zurück