200 Jahre Performance-Analyse von Staatsanleihen
Josefin Meyer, Carmen Reinhart und Christoph Trebesch vom CEPR haben in einem Research Paper die langfristige Entwicklung ausländischer Staatsanleihen betrachtet, die in New York und London gehandelt wurden. Das Sample umfasst 1.552 Anleihen im Zeitraum 1815 bis 2016 aus 91 Staaten. Grund für das Startdatum ist, dass mit dem Ende der Napoleonischen Kriege eine Reihe von Staaten in Lateinamerika unabhängig wurden und sich über in London ausgegebene Anleihen finanziert haben. Es zeigt sich, dass ausländische Staatsanleihen - allen Staatspleiten, Kriegen und globalen Krisen zum Trotz - über die 200 Jahre des Analysezeitraumes hinweg eine reale Rendite von 6,9 % p.a. erbracht haben. Dies ist ein Renditeaufschlag von rund 4 Prozentpunkten gegenüber den als risikofreien Benchmarks herangezogenen britischen und US-amerikanischen Staatsanleihen. Diese Überschussrenditen sind im Wesentlichen eine Folge der höheren Kupons.

Quelle: Meyer, Reinhart, Trebesch, 2021
Die hohe risikoadjustierte Rendite ist gemäß den Autoren ein Grund dafür, dass auch Länder, die regelmäßig zahlungsunfähig werden, schon kurz nach einem Ausfall wieder Anleihen am Markt platzieren können. Hinzu kommt, dass auch ein Kreditereignis einer Anleihe im Regelfall nicht in einem Totalverlust für die Investoren geendet hat. Oftmals wurden auch nach dem Ausbleiben einer Rückzahlung weiter Zinszahlungen geleistet. Basierend auf 300 Restrukturierungen seit 1815 lag der Haircut für Investoren bei einer Umschuldung im Schnitt bei 44 %.

Quelle: Meyer, Reinhart, Trebesch, 2021
Die Autoren weisen auf Parallelen zum Equity Premium Puzzle hin: hohe Überschussrenditen in Verbindung mit relativ geringer Volatilität.
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Staatsanleihen jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Credit Government Bonds. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 15.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 37 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 200 Universen.