Absolut versteckt...

Absolut|spezial Private Markets (2019)}
… sind die Risiken mancher Kapitalanlagen. Vielfach verdecken attraktive Ertragsprofile die Gefahren. Vor 10 Jahren haben wir gesehen, wie solche Risiken plötzlich und unerwartet – aber mit voller Wucht – auftauchen können. Die Finanzkrise kann wohl als die Mutter aller Tail-Events der jüngsten Kapitalmarkthistorie bezeichnet werden, und sie hatte ihren Ursprung in den privaten, also nicht öffentlich organisierten Märkten.

Die Attraktivität dieser Private Market Investments ergibt sich aus ihren Charakteristika: langfristiger Anlagehorizont, stabiler Cashflow und Renditeerwartung, bilanzielle Stabilität, Aufnahmefähigkeit großer Kapitalvolumen und Realisierung von Illiquiditätsprämien. Außerdem bieten sie eine Nähe zur Wertschöpfung, die man als Aktionär oder Käufer eines Bonds niemals erlangen kann.

Die angestiegenen Assetflows seitens der institutionellen Investoren spiegeln diese Vorteile wider. Trotzdem ist Vorsicht angebracht. Nach der Finanzkrise war eine deutliche Abkehr von unverständlichen, derivativen und strukturierten Produkten zu erkennen. Dadurch rückten auch sogenannte Real Assets mehr in den Fokus – eine verständliche Reaktion. Allerdings waren auch viele der zeitweilig verschmähten Investments vielfach nichts anderes als Private-Market-Anlagen, die ihr Fundament im Bereich der Real Assets hatten.

Erleben wir aktuell eine Renaissance der Übertreibung? In einigen Bereichen muss man sicher vorsichtig sein, in anderen ist noch Luft. Transparenz und eine angepasste Ertragserwartung kann vor bösen Überraschungen schützen, wie auch eine gute Balance zwischen liquiden und illiquiden Assets. Diversifikation und Zeit sind die Komponenten, die institutionelle Investoren erfolgreich machen.

Michael Busack
Herausgeber


Ausgabe: Absolut|spezial Private Markets (2019)