Absolut diversifiziert ...

Absolut|spezial Asset Allocation (2023)}

… ist ein professionell strukturiertes institutionelles Portfolio heute im optimalen Fall. Das war nicht immer so. Bis Ende der 90er-Jahre dominierten festverzinsliche Investments die Kapitalanlage. Das aktienlastige 60-40-Portfolio der angelsächsischen Welt war für viele deutsche Anleger eher ein Vorbote der Hölle als eine anzustrebende Asset Allocation. Erst angesichts der Hausse der 90er-Jahre stiegen – in der Angst, die starken Gewinne zu verpassen – die Aktienquoten.

Vielfach jedoch zu spät. Das Platzen der Dotcom-Bubble riss tiefe Löcher ins Portfolio und bestätigte viele Investoren in ihrer konservativen Haltung, sodass auch der folgende Rebound verpasst wurde. Stattdessen rückten liquide alternative Anlagen sowie teils komplexe strukturierte Produkte und Private-Market-Anlagen ins Portfolio, die vermeintlich geringere Risiken und niedrige Korrelationen versprachen. Die Finanzkrise tat dann ihr Übriges.

Im Gegensatz zu professionellen Anlegern aus dem Stiftungsbereich in den USA (Stichwort: Yale-Ansatz) haben sich institutionelle Investoren hierzulande erst in der Null- bis Negativzinsphase nach der Finanz- und Staatsschuldenkrise auf eine Erweiterung der Asset Allocation eingelassen.

Die schiere Not, Renditen zu erwirtschaften, hat dazu geführt, dass die liquiden Zinsportfolios um vielfältige Credit-Bereiche ausgedehnt wurden, die Aktienquoten anzogen und die Anlagen in Private Markets nie gekannte Höhen erklommen.

Die Herausforderungen bleiben heute angesichts der Zinswende hoch. Der Asset Allocation kommt weiterhin eine wesentliche Funktion des langfristigen Erfolges institutioneller Portfolios zu.

Ich wünsche Ihnen viele neue Perspektiven mit dieser Ausgabe des Absolut|spezial Asset Allocation.

Michael Busack
Herausgeber




Ausgabe: Absolut|spezial Asset Allocation (2023)