Absolut modernisiert...

Absolut|report 9|2002}
... werden soll in Deutschland nun endlich das Thema Hedge Funds und Alternative Investments. Dies ist zumindest zu hoffen, denn Deutschland hinkt anderen Ländern stark hinterher, was die regulatorischen Rahmenbedingungen betrifft. Nach langer Ruhe hat sich nun das Bundesfinanzministerium der Thematik angenommen. In einer neu gebildeten Arbeitsgruppe treffen sich Vertreter des BMF, Vertreter der rechtlichen und steuerlichen Seite sowie Vertreter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin), um über das Thema Alternative Investments und Hedge Funds zu diskutieren. Dabei sollen bis zum Frühjahr 2003 Vorschläge erarbeitet werden, wie zukünftig die rechtlichen, steuerlichen und aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland gestaltet werden sollen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Obwohl man in jüngster Zeit vom BMF ja nicht gerade verwöhnt wurde mit kapitalmarktfördernden Ideen bleibt zu hoffen, dass es zu einem konstruktiven Dialog kommen wird. Insbesondere der Bundesverband Alternative Investments e.V. (BAI) ist gefordert, den Dialog zu führen und als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Noch in diesem Jahr wird dazu vom BAI ein Positionspapier erarbeitet werden. Der Absolut|report ruft seine Leser ebenfalls auf, Ideen für verbesserte Rahmenbedingungen in Deutschland zu erdenken und einzusenden. Generell wird es darum gehen, alle Beteiligten in ihrer Rolle zu berücksichtigen. Das Thema Hedge Funds ist keines, mit dem sich Politiker beliebt machen können. Trotzdem ? und das zeigt die Nachfrage von institutionellen Investoren weltweit ? ist das Thema aus dem Blickwinkel der Diversifikation extrem wichtig. Die Wettbewerbsfähigkeit unserer Asset-Management-Industrie wird entscheidend davon bestimmt werden, ob es ihr gelingt, sich von so drastischen Marktbewegungen abzukoppeln, wie wir sie in den vergangenen beiden Jahren am Aktienmarkt erlebt haben. Die Alternative Investment-Branche, die Aufsichtsbehörde auf der Banken- und Versicherungsseite, aber auch das Finanzministerium haben sicher auf den ersten Blick unterschiedliche Interessen. Anlegerschutz und steuerliche Rahmenbedingungen müssen ebenso beachtet werden wie die notwendige Flexibilität der Investoren, sich neuen Anlageformen öffnen zu können. Letztendlich greifen alle Punkte ineinander. Nur in einem gesicherten und flexiblen rechtlichen Rahmen können sich zukünftige Innovationen entwickeln. Deutschland darf, was Alternative Investments betrifft, nicht mehr das weltweite Schlusslicht sein.

Ihr Michael Busack
Herausgeber


Ausgabe: Absolut|report 9|2002