Absolut verzinst ...

Absolut|report 5|2022}

… wird das Kapital institutioneller Investoren wieder, nach den langen Jahren der Null- und Negativzinsen. Obwohl die Kurse festverzinslicher Wertpapiere gefallen sind, müssen viele Anleger die Buchverluste ihres Anleihenportfolios nicht ausweisen und können sich über stark angezogene Zinsen in allen Regionen, Ratingklassen und Durationen für ihre Neuanlage freuen. Selbst eine 10-jährige Bundesanleihe wirft fast wieder 2 % ab und im unteren Investment-Grade-Bereich kann man in Euro 4,5 % Zinsen vereinnahmen, im High-Yield-Segment sogar 10 %.

Nach Jahren der Abstinenz werden Anleiheninvestments wieder en vogue. Natürlich kann damit aktuell keine positive Realrendite erzielt werden. Aber das müssen institutionelle Investoren auch vielfach nicht leisten. Sie haben nominale Verpflichtungen. Das geht natürlich nur so lange gut, wie die Gesamtrendite nicht dauerhaft unter der Inflation liegt, weshalb Aktieninvestments und der weitere Ausbau alternativer Investments in den Private Markets ein sinnvoller Ansatz sind. Überhaupt bestätigt es sich immer wieder, dass eine breite Diversifikation über Asset-Klassen, Strategien, liquide wie illiquide, der beste Schutz vor starken Verlusten und hohen Volatilitäten ist.

In der vorliegenden Ausgabe beschäftigen sich unsere Autoren mit der Korrelation von Aktien und Anleihen, mit dem Thema Small Caps, mit Frühwarnsystemen für US-Immobilien, innovativen Anlagestrategien unter Einbeziehung des News Sentiment, mit der Strategie der Prozesskostenfinanzierung, den Auswirkungen der SustainableFinance-Regulierung auf institutionelle Anleger – und im Standpunkt werden die wirtschaftlichen Folgen der Russland-Sanktionen beleuchtet. Also wieder jede Menge „food for thought“.

Ich wünsche Ihnen neue Perspektiven und angenehme Herbsttage.

Michael Busack
Herausgeber




Ausgabe: Absolut|report 5|2022