Absolut(e) Return ...

Absolut|report 5|2009}
… ist ein Begriff, der in den letzten Monaten eine Renaissance in den Köpfen von institutionellen Investoren erlebt hat. Absolute Return ist aber auch der Begriff, der in Deutschland in den Jahren nach 2001 von einigen Anbietern mit falschen Produkten verbrannt wurde. „Relative Return“ wurde als „Absolute Return“ verkauft, und viele Produkte floppten. Das haben sich die Investoren gemerkt.

Die Unternehmen, die aufgrund ihrer Freiheitsgrade Absolute Return produzieren können, also die Hedgefonds-Manager, haben sich hier die Butter vom Brot nehmen lassen. Vorurteilsbeladene Hedgefonds-Strategien waren immer schlechter zu verkaufen als Absolute-Return-Strategien. Sei es, wie es ist. Die Welt hat sich nach dem Jahr 2008 radikal verändert.

Für Investoren ohne oder mit nur geringem Risikobudget wird Absolute Return der einzige Weg zu mehr risikokontrollierter Performance sein. Vielfach hört man, „Long-only Buy-and-Hold“ sei tot. Eine Aktienquote bei VAG-Anlegern um die 3 % sowie eine Auslastung der Risikokapitalquote von ca. 10 % spricht Bände. Wenige Investoren sind beim Boom der Aktienmärkte 2009 dabei gewesen, vielen sind die Risikobudgets schon Anfang des Jahres in den roten Bereich gelaufen. Der Performancebeitrag des Risikoportfolios bei einem Return von 7 % liegt bei solchen Quoten bei nur 0,7 % auf das Gesamtportfolio. Je nach Performance des Renten- bzw. Immobilienportfolios – zwischen 3,5 und 4 % – kann die maximale Zielrendite nur 4,2 bzw. 4,5 % betragen. Ziemlich schwach für eine Vorsteuerbzw. Vorinflations-Rendite. Käufer von Vorsorgedienstleistungen werden nach höher rentierenden und flexibleren Möglichkeiten Ausschau halten.

Unsere institutionellen Investoren können mehr, die Systematik der Garantieverzinsung ist für alle ein Klotz am Bein. Daher muss der Blickwinkel sich erneut auf eine Kapitalanlage richten, die dem Absolute- Return-Gedanken folgt und sukzessive dazu beiträgt, die Reserven wieder aufzubauen. Was aber Absolute Return bedeutet, ist unterschiedlich belegt. Das Ziel, immer positive Renditen zu erzielen, ist nicht zu erreichen. Vielmehr verbindet sich damit der Anspruch, mit jeder Kapitalanlage ein asymmetrisches Ertrags-Risiko-Profil unter Vermeidung von Extremrisiken zu erzielen und in der Kombination von unterschiedlich korrelierenden Kapitalanlagestrategien über alle Asset-Klassen hinweg die Wahrscheinlichkeit zu minimieren, dass das Risikoportfolio Verluste erleidet bzw. das individuelle Risikobudget des Investors aufgebraucht wird.

Möglichkeiten, ein derartiges Portfolio aufzubauen, gibt es. Wir haben einige für Sie zusammengetragen.

Ihr Michael Busack
Herausgeber


Ausgabe: Absolut|report 5|2009